Đurđevi stupovi

Đurđevi stupovi

Đurđevi stupovi, die „Georgssäulen“, sind ein Kloster auf einem Hügel oberhalb von Novi Pazar. Großžupan Stefan Nemanja stiftete es um 1170 und weihte es dem heiligen Georg. Seit 1979 gehört es als Teil von „Stari Ras und Sopoćani“ zum UNESCO-Welterbe. Der Eintritt ist meist frei; Öffnungszeiten vorab erfragen.

Auf einer Anhöhe westlich von Novi Pazar, nur wenige Kilometer vom Stadtzentrum entfernt, steht ein Kirchlein mit zwei kräftigen, nicht vollendeten Türmen. Von dort blickst du über Dächer, Minarette und die Hügel der Region Raška, die vor neunhundert Jahren das Kernland des entstehenden serbischen Staates war. Đurđevi stupovi gehört zu den frühesten Stiftungen des Hauses Nemanjić und damit zu den Orten, an denen die serbische Staatsgeschichte greifbar wird.

Dieser Beitrag erklärt die Gründungsgeschichte, das Aussehen der Kirche und ihrer Türme, den Weg nach oben und die Frage, wie du das Kloster mit den anderen Welterbestätten der Gegend verbindest. Für die Stadt selbst ist unsere Seite zu Novi Pazar der richtige Einstieg.

LageHügel westlich von Novi Pazar, etwa vier bis fünf Kilometer vom Zentrum
StifterStefan Nemanja, Großžupan von Raszien
GründungUm 1170 bis 1171, dem heiligen Georg geweiht
MerkmalZwei Türme an der Westseite gaben dem Kloster den Namen
UNESCOSeit 1979, Teil der Stätte „Stari Ras und Sopoćani“
AufstiegZu Fuß rund eine Stunde, mit Taxi in wenigen Minuten
EintrittMeist frei, Spenden willkommen

Wie kam es zur Gründung?

Die Gründung führt in die Zeit, in der Stefan Nemanja seine Herrschaft gegen Rivalen sicherte. Nach der gängigen Überlieferung geriet er als Gefangener seiner Brüder in eine Höhle oder einen Kerker und gelobte, im Falle der Befreiung dem heiligen Georg ein Kloster zu bauen. Spätere Legenden schreiben die Befreiung dem Heiligen selbst zu. Das Datum wird in den Quellen zwischen 1170 und 1171 angegeben. Stefan Nemanja gilt als Begründer der Dynastie, die Serbien über zwei Jahrhunderte prägte; er gründete später weitere Klöster wie Studenica und ging am Ende seines Lebens als Mönch ins Kloster Hilandar auf dem Berg Athos. Wer den historischen Rahmen sucht, findet ihn im Beitrag zum mittelalterlichen Serbien. Die Gegend um Ras war damals politisches Zentrum der Nemanjiden.

Was ist mit den Türmen und der Kirche?

Der Name Đurđevi stupovi bedeutet „Georgs Säulen“ und bezieht sich auf die beiden Türme an der Westseite der Kirche. Für orthodoxe Kirchen auf dem Balkan war diese Form ungewöhnlich und verweist auf den Einfluss westlicher, romanischer Vorbilder, die in Raszien aufgenommen wurden. Später ergänzte König Dragutin, ein Urenkel Stefan Nemanjas, die Anlage: Er erweiterte die Kirche und ließ den Narthex ausmalen. Die Türme sind bis heute nicht in ihrer ursprünglichen Höhe wiederhergestellt, weil verlässliche Belege für das Aussehen fehlen. Deshalb wirken sie etwas abgeschnitten, als wäre der Bau gerade unterbrochen worden. Im Inneren gibt es Reste von Fresken, die du aus der Nähe betrachten kannst. Die Kirche ist klein, und ein Besuch dauert nicht lange, doch gerade ihre Bescheidenheit macht sie unvergesslich.

Die Gegend um Ras war im 12. Jahrhundert das Kerngebiet des Staates der Nemanjiden. Stefan Nemanja kämpfte gegen die Byzantiner, erweiterte sein Gebiet und legte den Grund für die spätere Königswürde seiner Nachfahren. Als alter Mann zog er sich nach Hilandar auf dem Berg Athos zurück, wo er 1199 als Mönch Simeon starb; sein Sohn Sava brachte die Gebeine einige Jahre später nach Studenica. Die Kirche in Ras liegt also am Anfang einer Kette, die über Studenica und Žiča bis Sopoćani führt. Das macht ihre kleine Größe umso eindrucksvoller.

Wie überstand das Kloster die Jahrhunderte?

Die Geschichte des Klosters ist von Zerstörungen geprägt. Mit dem Rückzug der österreichischen Armee 1689 verließen auch die Mönche den Ort, und das Kloster verfiel. Mehrmals wurde es zerstört, am schwersten im Ersten Weltkrieg, als von der Anlage fast nichts übrig blieb. Zwischen 1960 und 1982 liefen umfangreiche archäologische und konservatorische Arbeiten, die das Erscheinungsbild wiederherstellten. Die Rekonstruktion wird bis heute fortgesetzt oder diskutiert. Das ist ein Grund, warum du bei deinem Besuch Baustellen oder abgesperrte Bereiche antreffen kannst. Der heutige Zustand ist also das Ergebnis jahrzehntelanger Arbeit von Archäologen und Restauratoren; Details zu Datierungen unterscheiden sich je nach Quelle, wir nennen deshalb nur gesicherte Eckdaten. Zur Einordnung in die osmanische Zeit hilft der Beitrag über die osmanische Herrschaft.

Was gehört zum UNESCO-Welterbe in der Region?

Seit 1979 steht Đurđevi stupovi gemeinsam mit weiteren Stätten auf der Liste des Welterbes unter dem Namen „Stari Ras und Sopoćani“. Zu dieser Serie gehören vier Bestandteile: das Kloster Sopoćani, bekannt für seine Fresken des 13. Jahrhunderts, die Festungsreste von Ras, die Petrus-und-Paulus-Kirche in Novi Pazar, eine der ältesten Kirchen des Landes, und eben Đurđevi stupovi. Zusammen zeichnen sie das Bild der frühen serbischen Staatlichkeit, von den ersten Kirchen bis zur Hochblüte der Malerei. Ras selbst liegt rund 8 Kilometer entfernt, Sopoćani etwa 13 Kilometer. Es lohnt sich, mehr als eine Stätte zu sehen, denn erst im Vergleich werden Unterschiede in Architektur und Malerei sichtbar.

Auf der Hügelkuppe lohnt der Blick zurück ins Tal. Von hier erkennst du, warum der Platz strategisch gewählt war: Die Kirche liegt gut sichtbar über der Stadt und kontrolliert die Wege durch das Tal. Wenn du ein Bild vom Gesamtzusammenhang haben willst, nimm dir fünf Minuten für die Aussicht und schau auf die Karte; die Entfernungen zu Ras und Sopoćani werden dann greifbar.

Wie gelangst du hinauf?

Von Novi Pazar führt eine Straße hinauf zum Kloster, die Strecke beträgt je nach Quelle vier bis fünf Kilometer. Zu Fuß dauert der Aufstieg etwa eine Stunde auf schattigem Asphalt, mit dem Taxi sind es wenige Minuten; Fahrten dieser Art kosten in Dinar (RSD) nur einen kleinen Betrag, klär den Preis aber vorher und vereinbare, ob der Fahrer wartet. Mit dem Mietwagen findest du oben einen kleinen Parkplatz. Der Eintritt ist üblicherweise frei, eine Spende ist willkommen. Öffnungszeiten werden unterschiedlich angegeben, im Sommer eher von morgens bis in den frühen Abend, im Winter kürzer; frag in der Tourist-Information in Novi Pazar oder rufe vorher an. Frauen sollten einen langen Rock tragen, in manchen Klöstern wird einer ausgeliehen. Die Gegend ist stark vom Gebirgsklima geprägt, im Winter kann Schnee liegen.

Novi Pazar erreichst du von Belgrad mit dem Bus in grob dreieinhalb bis viereinhalb Stunden, aber auch Fahrten mit dem Mietwagen sind üblich. Im Zentrum fällt die Mischung aus Basar, Moscheen und Cafés auf, die ein lebendiges Stadtbild prägt. Wenn du den Tag kompakt halten willst, starte früh, damit du Đurđevi stupovi bei klarem Licht siehst und am Nachmittag genug Zeit für Sopoćani bleibt. Packe feste Schuhe ein, denn auf dem Hügel ist der Boden stellenweise uneben, und denke daran, dass einzelne Bereiche wegen laufender Arbeiten abgesperrt sein können.

Wie verbindest du Đurđevi stupovi mit Sopoćani?

Die beiden Stätten ergänzen sich ideal und lassen sich in einem halben bis ganzen Tag besuchen. Beginne am Vormittag mit Đurđevi stupovi, fahre dann zur Festung Ras und zur Petrus-und-Paulus-Kirche und beende den Tag in Sopoćani, wo die Fresken im Abendlicht besonders wirken. Ein Taxi für die gesamte Runde kostet in Dinar eine feste Summe, die du im Voraus aushandelst; mit Mietwagen bist du flexibler. Planst du eine längere Reise zwischen den Klöstern, ergänzen Studenica und Žiča die Route. Abends in Novi Pazar findest du ein lebendiges Zentrum mit traditionellen Gerichten wie Ćevapi und süßen Spezialitäten; die Stadt ist von der osmanischen Geschichte geprägt, was sich in Bauten und Küche zeigt. Eine Übernachtung dort macht den Tag entspannter.

Warum heißt das Kloster Đurđevi stupovi?

Der Name bedeutet „Georgs Säulen“ und bezieht sich auf die zwei Türme an der Westseite der Kirche. Das Kloster ist dem heiligen Georg geweiht. Die Türme gaben der Anlage den Namen und sind in ihrer ursprünglichen Höhe bis heute nicht wiederhergestellt.

Wer hat Đurđevi stupovi gegründet?

Gestiftet wurde das Kloster von Stefan Nemanja um 1170 bis 1171. Nach der Überlieferung gelobte er, als er von seinen Brüdern eingesperrt war, im Fall der Befreiung dem heiligen Georg ein Kloster zu bauen. König Dragutin erweiterte die Anlage später.

Wie komme ich von Novi Pazar zum Kloster?

Das Kloster liegt vier bis fünf Kilometer vom Zentrum entfernt. Zu Fuß dauert der Aufstieg etwa eine Stunde, mit dem Taxi nur wenige Minuten. Kläre den Preis in Dinar vorher und verabrede, ob der Fahrer wartet. Mit Mietwagen gibt es oben einen kleinen Parkplatz.

Gehört Đurđevi stupovi zum UNESCO-Welterbe?

Ja, seit 1979 als Teil der Stätte „Stari Ras und Sopoćani“. Dazu gehören außerdem das Kloster Sopoćani, die Festungsreste von Ras und die Petrus-und-Paulus-Kirche in Novi Pazar. Alle vier Bestandteile lassen sich in einem Tag besuchen.

Auf den Spuren der Nemanjiden

Đurđevi stupovi, Sopoćani, Studenica und Žiča erzählen die Geschichte des mittelalterlichen Serbien. Plane eine Route durch Raszien und lerne Klöster, Landschaft und Städte der Region kennen.

Zu den Klöstern Serbiens

Weitere Ziele im Süden des Landes zeigt die Übersicht der Städte Serbiens.