Essen & Wein

Essen & Wein

Serbiens Küche ist herzhaft, deftig und überraschend vielfältig: Ćevapi und Pljeskavica vom Grill, Ajvar und Kajmak als Beilage, Sarma im Winter, dazu selbstgebrannter Rakija und die Weine der Fruška Gora, von Negotin und aus der Župa. Gegessen wird reichlich, getrunken herzlich – in der Kafana ist beides ein Fest.

Wer Serbien schmecken will, braucht Zeit und Appetit. Die Küche des Landes ist ein Schmelztiegel aus osmanischem, österreichisch-ungarischem und mediterranem Erbe, geprägt vom Grill, von frischem Gemüse und einer Gastfreundschaft, die keinen Gast hungrig ziehen lässt. Dazu kommt eine junge Weinszene, die an eine jahrhundertealte Tradition anknüpft. Dieser Bereich führt dich durch Serbiens Spezialitäten, Getränke und Weinregionen – und erklärt, warum die Kafana mehr ist als ein Wirtshaus.

NationalgerichtĆevapi – gegrillte Hackfleischröllchen mit Zwiebeln und Kajmak
Ikonische BeilageAjvar (Paprikamark) und Kajmak (Rahmkäse)
NationalgetränkRakija, vor allem Šljivovica (Pflaumenbrand)
WeinregionenFruška Gora, Negotin, Župa, Šumadija, Vranje
BesonderheitBermet – aromatisierter Dessertwein aus Sremski Karlovci

Was isst man in Serbien?

Im Mittelpunkt steht der Grill (roštilj). Berühmt sind Ćevapi, kleine Hackfleischröllchen, und die Pljeskavica, eine würzige Frikadelle, oft gefüllt mit Käse. Dazu gehören Ajvar, ein Mus aus gerösteten Paprika, und der cremige Kajmak. Deftige Klassiker sind Sarma (gefüllte Kohlrouladen), Gibanica (Blätterteig mit Käse) und der Bohneneintopf Prebranac. Im Norden der Vojvodina zeigt sich das ungarische Erbe mit Paprikasch und Gulasch. Vegetarier finden mit Käse-, Gemüse- und Blätterteiggerichten mehr Auswahl, als sie erwarten.

Was trinkt man zu den Mahlzeiten?

Das Nationalgetränk ist Rakija, ein hochprozentiger Obstbrand – allen voran die Šljivovica aus Pflaumen, die in fast jedem Haushalt selbst gebrannt wird und als Willkommensgruß gereicht wird. Kaffee spielt eine zentrale Rolle: Der starke, im Kupferkännchen aufgekochte domaća kafa (Hauskaffee, ähnlich dem türkischen) begleitet stundenlange Gespräche. Bier (pivo) ist beliebt, und zunehmend gewinnen serbische Weine an Ansehen. Wer die serbische Geselligkeit erleben will, stößt mit einem herzlichen „Živeli!“ an.

Welche Weinregionen gibt es in Serbien?

Serbien blickt auf eine Weintradition zurück, die bis in die Römerzeit reicht. An den Hängen der Fruška Gora nahe Novi Sad reifen frische Weißweine, in Negotin an der Donau autochthone Sorten wie die rote Prokupac. Die Župa um Aleksandrovac und die Šumadija rund um Oplenac, wo die Königsfamilie ihre Weinberge hatte, gehören ebenfalls zu den Kernregionen. Viele Weingüter bieten Verkostungen an und lassen sich gut mit Ausflügen verbinden – etwa in die Klosterlandschaft der Fruška Gora.

Besonders spannend ist die Renaissance der einheimischen Rebsorten. Die kräftige Prokupac galt lange als einfacher Landwein, wird heute aber von jungen Winzern zu preisgekrönten Rotweinen ausgebaut; die weiße Tamjanika überzeugt mit blumigem Duft. Immer mehr Familienweingüter öffnen ihre Keller für Besucher und verbinden die Verkostung mit einer deftigen Brotzeit aus Kajmak, Schinken und hausgemachtem Ajvar. Wer eine Weinstraße plant, kombiniert am besten die Fruška Gora im Norden mit der Šumadija in der Landesmitte – zwei Regionen, die sich in Charakter und Landschaft wunderbar ergänzen und beide gut vom Belgrader Umland aus erreichbar sind.

Was ist die Kafana- und Kaffeehauskultur?

Die Kafana ist das Herz des serbischen Gesellschaftslebens – ein urgemütliches Wirtshaus, in dem gegessen, getrunken, gesungen und stundenlang geredet wird, oft zu Live-Musik. In Belgrad ist das Böhmenviertel Skadarlija die legendäre Wiege dieser Kultur. Der Besuch einer Kafana ist mehr als ein Essen: Er ist ein Fenster in die serbische Seele, in Melancholie und Lebensfreude zugleich. Mehr zu Mentalität und Traditionen findest du unter Land & Leute.

Welche kulinarischen Reisetipps helfen weiter?

Portionen sind großzügig – bestelle lieber weniger und teile. Frühstück fällt oft klein aus, dafür wird mittags und abends kräftig gegessen. Auf Märkten wie dem Belgrader Kalenić lohnt der Einkauf von Ajvar, Honig und Käse. Trinkgeld von rund zehn Prozent ist üblich. Wer Streetfood liebt, greift zur Burek, einer herzhaften Blätterteigrolle, die es an jeder Ecke gibt. Praktische Hinweise zu Währung und Kosten findest du in unserer Reiseplanung.

Eine kulinarische Rundreise durch Serbien folgt am besten den Regionen: Im Norden lockt die Vojvodina mit Fischsuppe, Paprikasch und Wein von der Fruška Gora, das Zentrum um Belgrad mit Kafana-Klassikern und dem Nachtleben von Skadarlija, der Süden um Niš mit orientalisch angehauchtem Grill und schärferen Aromen. Achte auf saisonale Feste wie die Kohlwoche in Mrčajevci oder Erntefeste in den Weindörfern, bei denen du regionale Spezialitäten direkt vom Erzeuger probierst. So wird das Essen selbst zur Entdeckungsreise – und zu einem der besten Gründe, überhaupt nach Serbien zu kommen.

Schmecke dich durch Serbien

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Verbinde Genuss mit Entdeckung: Die passenden Ziele findest du unter Serbiens Städte und in der Weinlandschaft der Fruška Gora.