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Topola und Oplenac

Topola und Oplenac

Topola in der Šumadija war 1811 bis 1813 die Hauptstadt Karađorđes, des Anführers des Ersten Serbischen Aufstands. Auf dem Hügel Oplenac stehen die Georgskirche mit 3.570 Quadratmetern Mosaik und die Gruft der Dynastie Karađorđević, geweiht 1912 und nach den Kriegsjahren 1930 erneut. Dazu kommen Weinberge, Königskeller und Museen.

Wer Serbien als Land versteht, das sich im 19. Jahrhundert selbst befreit hat, kommt an Topola nicht vorbei. Hier ließ sich Karađorđe Petrović nieder, bevor 1804 der Aufstand gegen die osmanische Herrschaft begann, und hier entstand rund ein Jahrhundert später das größte Gedenkprojekt der Dynastie, die aus seinem Namen hervorging. Topola ist deshalb ein Ort mit zwei Gesichtern: eine kleine Šumadija-Stadt mit den Resten der Aufstandszeit und ein Hügel voller Marmor, Gold und Glasmosaik.

Diese Seite führt dich durch beide Teile. Du erfährst, wie die Georgskirche auf dem Oplenac entstand, was ihre Mosaiken so außergewöhnlich macht, wer in der Gruft liegt, was von Karađorđes Stadt erhalten ist und wie du den Besuch mit Weinbergen und Nachbarorten verbindest. Den historischen Rahmen liefert unsere Seite zum Serbien des 19. Jahrhunderts.

LageTopola, Šumadija, mit dem Hügel Oplenac (Mali Oplenac)
Karađorđes Stadtbefestigt 1811 bis 1813, Hauptstadt des Aufstands
GeorgskircheBaubeginn 1. Mai 1910, geweiht 23. September 1912, erneut geweiht 8. September 1930
BaumeisterKosta J. Jovanović, Ausstattung unter Nikolaj Krasnov
Mosaikfläche3.570 Quadratmeter, mehr als 60 Millionen Glaswürfel
Fassadeweißer Marmor vom Berg Venčac
SchutzKulturdenkmal von außergewöhnlicher Bedeutung seit 1979
Weitere OrteHaus König Peters I., Weinbauernhaus, Königliche Kellerei, Villen

Wo liegt Topola, und warum ist der Ort so wichtig?

Topola liegt im Herzen der Šumadija, jener hügeligen Waldlandschaft im Zentrum Serbiens, aus der der Aufstand von 1804 hervorging. Die sanften Hügel mit Obstgärten, Äckern und Weinbergen prägen bis heute das Bild. Die Stadt selbst ist klein und übersichtlich. Die Sehenswürdigkeiten liegen in zwei Gruppen: unten die Anlage von Karađorđes Stadt mit Kirche und Konak, oben auf dem Oplenac die Gruft der Dynastie mit den dazugehörigen Gebäuden.

Wichtig ist Topola, weil hier zwei Kapitel der serbischen Staatsbildung räumlich zusammenrücken. Karađorđe machte den Ort 1811 bis 1813 zu seiner Hauptstadt und zum Verwaltungszentrum des aufständischen Serbien. Sein Enkel, König Peter I., ließ den Hügel Oplenac zur dynastischen Grabstätte ausbauen. Wer beides sieht, versteht die Linie vom Aufstand über das Fürstentum bis zum Königreich auf einem einzigen Ausflug.

Was geschah in Karađorđes Stadt?

Karađorđe Petrović, der Anführer des Aufstands von 1804, ließ sich vor dem Aufstand im Weiler Krćevac bei Topola nieder. In den Jahren 1811 bis 1813 wurde Topola mit Graben, dreigeschossigen Türmen und Palisaden befestigt. Der Ort diente als Hauptstadt und Verwaltungssitz. In der Festung stand die Kirche der Gottesmutter, die als Karađorđes Kirche bekannt ist. Ihre drei Glocken, gegossen in der Gießerei der Unteren Belgrader Festung, waren die ersten, die im befreiten Serbien läuteten.

Nach dem Ende des Aufstands brannten osmanische Truppen die Stadt nieder. Später trat Topola erneut in die Geschichte ein: Nach dem Aufstand von Topola gegen die Dynastie Obrenović wurden 1877 die Reste der Festung abgetragen. Heute zeigen Konak, Kirche und Gedenkstätten, was die Anlage einmal bedeutete. Das Konak beherbergt eine Ausstellung zum Ersten Serbischen Aufstand und zu seinem Anführer.

Für Reisende ist dieser Teil der ruhigere. Du gehst über einen weitläufigen Platz, siehst die Kirche und das Wohnhaus und brauchst keine Vorkenntnisse. Wer mehr wissen will, nimmt die Ausstellung im Konak mit und liest die Aufstandsgeschichte in unserem Beitrag zum 19. Jahrhundert nach.

Wie entstand die Georgskirche auf dem Oplenac?

König Peter I. begann das Vorhaben im Jahr 1903, zu einem Teil mit eigenen Mitteln. Am 1. Dezember 1903 wurde der nationale Wettbewerb für Kirche und Gruft ausgeschrieben. Die erste Runde brachte 18 Entwürfe; den Zuschlag erhielt der Architekt Nikola Nestorović, doch das Ergebnis blieb umstritten. Am 27. September 1907 legte man den Grundstein und versenkte eine dem heiligen Georg gewidmete Urkunde im Fundament. In einer zweiten Ausschreibung 1909 setzte sich Kosta J. Jovanović durch, dessen Plan eine Kreuzform mit fünf Kuppeln vorsah.

Der Bau begann am 1. Mai 1910, noch im selben Jahr stand die Kirche unter der Kuppel. Erzbischof Dimitrije weihte sie am 23. September 1912, in einer bescheideneren Form als geplant. Im Winter 1915 besetzte Österreich-Ungarn Serbien, plünderte die Kirche, entfernte Kupferdach, Blitzableiter und Glocken und schändete die Gräber der Gruft. Nach dem Tod Peters I. am 16. August 1921 vollendete sein Sohn, König Alexander I., das Werk und änderte den ursprünglichen Plan. Patriarch Varnava weihte die Kirche am 8. September 1930 erneut; danach wurden die Gebeine Karađorđes aus der alten Kirche in Topola hierher überführt.

Die Fassade besteht aus weißem Marmor vom nahen Berg Venčac. Die Kirche erhebt sich auf dem Gipfel des Mali Oplenac, der Altar zeigt nach Osten, wie es die orthodoxe Tradition verlangt. 1979 wurde das Bauwerk in die Liste der Kulturdenkmäler von außergewöhnlicher Bedeutung aufgenommen, und das Ensemble Karađorđes Topola mit Oplenac wurde 2006 per Regierungsbeschluss als räumliche kulturhistorische Einheit festgelegt.

Was macht die Mosaiken so besonders?

Im Inneren bedecken Mosaiken eine Fläche von 3.570 Quadratmetern. Sie bestehen aus mehr als 60 Millionen Würfeln aus Glaspaste, hergestellt in Murano bei Venedig, in über 15.000 Farbtönen. Ein Teil der Würfel ist mit Gold in 14 und 20 Karat überzogen, deshalb wirkt der Raum je nach Licht warm und fast schwebend. Die Mosaike stammen aus der Berliner Werkstatt Puhl & Wagner. Die Gesamtausstattung leitete Nikolaj Petrowitsch Krasnov, ein früherer Architekt des russischen Kaiserhofs und führender Architekt König Alexanders.

Die Bilder folgen nicht der Fantasie des Künstlers, sondern den Vorbildern des serbischen Mittelalters: Die Kompositionen sind Kopien von Fresken aus mehr als 60 mittelalterlichen Klöstern des Landes. Wer vorher die Klöster Serbiens besucht hat, erkennt Motive aus Studenica, Sopoćani oder Gračanica wieder. Unter der Hauptkuppel hängt ein Leuchter aus eingeschmolzenen Waffen der Schlacht von Kajmakčalan im Ersten Weltkrieg, geformt wie eine umgedrehte mittelalterliche Königskrone als Zeichen der Trauer um den Verlust des serbischen Königreichs bei Kosovo 1389. Die Glocken goss die Firma Piccard in Annecy-le-Vieux, den Bronzeleuchter lieferte Luks aus Zagreb.

Wer liegt in der Gruft?

In der Kirche und der Gruft ruhen vier serbische Herrscher und achtzehn Mitglieder der Dynastie Karađorđević. Zwei Sarkophage aus Venčac-Marmor stehen oben: im südlichen Chor der von Đorđe Petrović Karađorđe (1762 bis 1817), dem Begründer der Dynastie, im nördlichen Chor der von König Peter I. (1844 bis 1921), dem Stifter der Kirche. In der Gruft liegen die Gräber aus Dečani-Onyx, darunter das von Fürst Alexander Karađorđević (1806 bis 1885), dem Sohn Karađorđes, der Serbien von 1842 bis 1858 regierte, und das von König Alexander I., der 1934 bei einem offiziellen Besuch in Frankreich ermordet wurde.

Für das Verständnis lohnt der Blick auf die Zeitleiste: Zwischen Karađorđe und Alexander I. liegt das lange 19. Jahrhundert mit Aufständen, Fürstentum und Königreich, danach die Kriegsjahre, die unsere Seiten zu Serbien im Ersten Weltkrieg und zum Jugoslawien der Zwischenkriegszeit erzählen.

Was gibt es sonst auf dem Oplenac zu sehen?

Der Hügel ist mehr als die Kirche. Fürst Alexander ließ die Weinberge und Obstgärten seines Vaters an den Osthängen von Oplenac wieder anlegen und baute ein großes Haus mit Weinkeller. Zu den Sehenswürdigkeiten auf dem Oplenac zählen das Haus König Peters I., das Haus des Weinbauern, die Königliche Kellerei und mehrere Villen, in der Umgebung außerdem Klöster. Wer Wein mag, findet hier einen guten Einstieg in die Weinkultur der Šumadija, die unsere Seite zum serbischen Wein beschreibt.

Jedes Jahr im Herbst findet in Topola die Oplenačka berba, das Fest der Weinlese, mit einem Volkskunstmarkt statt; im Jahr 2026 war es die 63. Ausgabe. Wenn du im Oktober reist, plane den Termin ein, denn dann ist am Oplenac besonders viel los. Ein Ausflug von Belgrad aus ist an einem Tag möglich; eine ruhigere Variante verbindet Topola mit Kragujevac und den Klöstern der Region.

Wie planst du den Besuch?

Rechne für die Georgskirche mit mindestens einer Stunde, besser mit zwei, wenn du die Nebengebäude und die Aussicht mitnehmen willst. Den Aufstieg auf den Hügel erledigst du bequem mit dem Auto; zu Fuß ist er ebenfalls möglich. Kleide dich so, wie es in einem Gotteshaus üblich ist: bedeckte Schultern und Knie, Mützen ab. Öffnungszeiten und Eintritt ändern sich, deshalb fragst du sie am besten kurz vor der Fahrt bei der Tourismusorganisation Topola ab.

Plane Topola als Halbtages- oder Tagesausflug in eine Rundreise ein. Gute Nachbarn sind Kragujevac, die Klöster der Šumadija und, weiter südlich, Manasija. Unsere Seite Rundreisen in Serbien zeigt, wie sich solche Stationen zu einer Route verbinden lassen. Im Hochsommer ist die Kirche kühler als die Hügel, im Oktober erlebst du die Weinlese und goldene Blätter.

Wann wurde die Georgskirche in Topola geweiht?

Erzbischof Dimitrije weihte sie am 23. September 1912. Nach den Zerstörungen des Ersten Weltkriegs weihte Patriarch Varnava sie am 8. September 1930 erneut.

Wie groß ist die Mosaikfläche der Kirche?

Die Mosaiken bedecken 3.570 Quadratmeter und bestehen aus mehr als 60 Millionen Glaswürfeln aus Murano.

Wer ist in der Gruft auf dem Oplenac begraben?

Vier serbische Herrscher und achtzehn Mitglieder der Dynastie Karađorđević, darunter Karađorđe, König Peter I., Fürst Alexander und König Alexander I.

Wie lange dauert ein Besuch von Topola?

Für die Georgskirche brauchst du ein bis zwei Stunden, für die Stadt mit Konak und Museum eine weitere Stunde. Ein Tagesausflug von Belgrad aus ist gut machbar.

Geschichte auf Rundreise

Verbinde Topola mit Klöstern, Städten und Weinorten der Šumadija. Unsere Rundreisen zeigen dir, wie du Aufstandsgeschichte und Landschaft an einem Tag erlebst.

Rundreisen in Serbien

Zum Weiterlesen: Kragujevac, Klöster in Serbien und Serbien im 19. Jahrhundert.