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Kikinda

Kikinda

Kikinda liegt im Norden der Vojvodina im Banat, nahe der Grenze zu Rumänien. Die Stadt ist für zwei Dinge bekannt: Im Winter schlafen hunderte Waldohreulen in den Bäumen des Stadtplatzes, und im Nationalmuseum steht das Skelett des Mammuts Kika, das rund eine halbe Million Jahre alt ist.

Kikinda ist kein Ort für große Sehenswürdigkeitenlisten, und genau das macht den Reiz aus. Die Stadt in der flachen Banater Ebene hat ein ruhiges Zentrum mit niedrigen Häusern, Bäumen und einem Platz, der im Winter zu einem der ungewöhnlichsten Vogelplätze Europas wird.

Hier erfährst du, wann du die Eulen siehst und wie du dich verhältst, was es mit dem Mammut Kika auf sich hat, warum die Trockenmühle Suvača sehenswert ist und wie du Kikinda in eine Reise durch den Norden einbaust. Eine Tour mit weiteren Orten der Vojvodina findest du bei Subotica und Zrenjanin.

LageNordbanat, Vojvodina, nahe der rumänischen Grenze
Tier-AttraktionWaldohreulen im Winterquartier auf dem Stadtplatz
Beste Zeit für EulenNovember bis März
MuseumsstückMammut Kika, gefunden 1996 in einer Tongrube
TechnikdenkmalTrockenmühle Suvača, nur Pferdemühle dieser Art in Serbien
EulenmonatDer November heißt in der Stadt „Sovembar“
AnreiseBus oder Auto ab Novi Sad und Belgrad

Was ist Kikinda für eine Stadt?

Kikinda ist das Verwaltungszentrum des Nordbanats. Es ist eine Stadt der Ebene: Weizenfelder, Sonnenblumen und Kürbisse prägen die Umgebung, und die Wege sind lang und gerade. Das Zentrum hat historische Bauten aus der Habsburger Zeit, darunter die Kurija, in der heute das Nationalmuseum sitzt, und mehrere Plätze mit Grün.

Kikinda eignet sich als Zwischenhalt auf dem Weg in den Norden, wenn du Subotica, Palić oder die rumänische Grenzregion besuchst. Ein bis zwei Stunden reichen für einen Rundgang; mit Museum und Mühle wird daraus ein halber Tag.

Warum sitzen im Winter Eulen auf dem Stadtplatz?

Von November bis März schlafen Waldohreulen (Asio otus) in den Bäumen des Stadtplatzes. Sie kommen seit etwa zwei Jahrzehnten, und warum sie sich gerade diesen Platz ausgesucht haben, ist nicht abschließend geklärt. Tagsüber sitzen sie dicht gedrängt auf den Ästen, regungslos und gut getarnt; abends fliegen sie zur Jagd in die umliegenden Felder.

Zählungen ergaben mehrere hundert Tiere, die Spitzenwerte lagen bei über 700. Auf einem einzigen Baum wurden einmal über hundert Eulen gezählt. Ornithologen sehen in Kikinda eines der größten städtischen Wintervorkommen dieser Art weltweit. Die Zahl schwankt von Jahr zu Jahr, und milde Herbste können dazu führen, dass weniger Tiere kommen.

Wie beobachtest du die Eulen richtig?

Die Eulen stehen unter Schutz, und die Stadt hat Regeln erlassen, die Störungen mit strengen Strafen belegen. Das ist ernst gemeint. Laute Musik, Blitzlicht, Äste schütteln oder Laserpointer sind tabu. Bleib auf Abstand, sprich leise und geh nicht unter die Bäume, auch wenn du näher heran willst.

Ein Fernglas und ein Teleobjektiv lohnen sich. Am besten schaust du in Ruhe von der Seite des Platzes. Rechne im November mit mehr Besuchern, weil die Stadt den Monat mit Veranstaltungen begleitet. Wer lieber ungestört schaut, wählt einen Wochentag und kommt außerhalb der Stoßzeiten.

Was ist der „Sovembar“?

Den November nennt man in Kikinda „Sovembar“, ein Wortspiel aus „sova“ (Eule) und „novembar“. In diesem Monat gibt es Veranstaltungen rund um die Eulen, darunter Bildungsangebote für Schulklassen und Zählaktionen. In der letzten Novemberwoche werden die Eulen auf dem Platz gemeinsam mit Fachleuten und Schülern gezählt.

Die genauen Termine ändern sich, deshalb solltest du sie kurz vorher bei der Touristenorganisation erfragen. Wer nur die Eulen sehen will, muss den Sovembar nicht abwarten: Die Tiere sind den ganzen Winter da.

Wer ist das Mammut Kika?

Im Nationalmuseum von Kikinda steht das Skelett einer Mammutkuh, die in der Stadt „Kika“ genannt wird. Arbeiter fanden die Knochen 1996 beim Abbau von Ton in einer Grube einer Ziegelei. Das Tier ist rund eine halbe Million Jahre alt, mehr als 90 Prozent der Knochen blieben erhalten, darunter Schädel und Stoßzähne.

Das macht Kika zu einem der besterhaltenen Mammutskelette Europas. Im Museum siehst du eine Nachbildung in Originalgröße und einen Film, der die Bergung erklärt. Ein Strohmammut in der Stadt erinnert ebenfalls an den Fund. Wenn du mit Kindern reist, ist das Museum ein sicherer Treffer.

Was ist besonders an der Trockenmühle Suvača?

Die Suvača ist eine Trockenmühle: Pferde zogen im Kreis und trieben so das Mahlwerk an. Sie wurde 1899 gebaut und ist in Serbien die einzige erhaltene Mühle dieser Art. Früher gab es in Kikinda viele solcher Mühlen, und sie arbeitete bis 1945. Heute steht sie unter Denkmalschutz und wird vom Nationalmuseum betreut.

Das Gebäude besteht aus dem Antriebsraum, dem Mühlraum und der Wohnung des Müllers. Du siehst, wie Mahlen ohne Wasserkraft funktionierte, und bekommst ein Gefühl für das Leben auf dem Banater Land. Sie ist saisonal geöffnet; prüfe die aktuellen Zeiten vorab beim Museum.

Was bietet das Nationalmuseum noch?

Das Nationalmuseum gliedert sich in mehrere Abteilungen, darunter Archäologie, Ethnologie, Geschichte, Naturkunde und Kunst. Es hat seinen Sitz in der Kurija, einem Gebäude aus der Habsburger Zeit, das früher unter anderem als Gericht diente. Neben Kika zeigt es Funde aus dem Banat und Alltagsgegenstände der Region.

Die Galerie Terra, ebenfalls in Kikinda, zeigt zeitgenössische Kunst. Öffnungszeiten und Eintrittsbedingungen ändern sich, daher lohnt ein Blick auf die Seiten der Museen kurz vor der Reise. Rechne bei einem Museumsbesuch mit etwa ein bis zwei Stunden.

Was kannst du in der Natur um Kikinda unternehmen?

In der Stadt liegt der Park Blandaš, ein geschützter Park mit altem Baumbestand, außerdem gibt es einen Stadtsee. Beide eignen sich für Spaziergänge und Radtouren auf flachem Gelände. Wer sich für Vögel interessiert, bleibt ohnehin auf dem Platz bei den Eulen.

Die Straße des Generals Drapšin gilt mit ihren Baumreihen als eine der schönsten Alleen der Region. Für die Eulenzeit packst du warme Kleidung ein, denn du stehst beim Beobachten lange still.

Was isst du in Kikinda?

Die Stadt nennt sich Hauptstadt des Kürbisses. Im Herbst feiert man die „Dani ludaje“, die Kürbistage, mit Ausstellungen, Märkten und Gerichten rund um den Kürbis. In den Gaststätten findest du die Küche des Banats, und Kürbis steht im Herbst auf vielen Karten.

Eine allgemeine Einführung in die serbische Küche gibt unsere Seite zur Serbischen Küche. Frag nach Tagesgerichten, wenn du etwas Regionales probieren willst.

Wann ist die beste Reisezeit für Kikinda?

Die Antwort hängt vom Ziel ab. Für die Eulen kommst du zwischen November und März, am besten in der Dämmerung oder am frühen Vormittag, wenn die Tiere ruhig in den Bäumen sitzen. Für die Trockenmühle brauchst du die Saison, in der sie geöffnet ist, und das ist die warme Jahreshälfte. Der Herbst verbindet beides: Im Oktober wird der Kürbis gefeiert, im November beginnt die Eulenzeit.

Im Sommer ist Kikinda ruhig und heiß, die Ebene bietet kaum Schatten. Wer dann reist, plant Museum und Mühle am Vormittag und nutzt den Park am Abend. Prüfe vor der Anreise die Termine der Veranstaltungen, denn sie wechseln von Jahr zu Jahr.

Ist Kikinda ein gutes Ziel mit Kindern?

Ja, wenn du dem Besuch ein Thema gibst. Kinder verstehen Eulen und Mammut sofort: Die Tiere sitzen als lebende Wesen vor ihnen, und das Skelett im Museum hat eine Größe, die man nicht überhören kann. Beides lässt sich in einem halben Tag unterbringen. Die Mühle zeigt, wie Pferde Arbeit leisteten, und eignet sich als Ergänzung für Ältere.

Erkläre den Kindern vorab die Regeln bei den Eulen: leise sein, nicht rufen, nicht werfen, nicht unter die Bäume laufen. So lernen sie nebenbei, wie man Wildtiere respektiert. Mehr Ideen für Familien findest du auf der Seite Serbien mit Kindern.

Wie baust du Kikinda in eine Reise ein?

Kikinda liegt auf einer Linie, die von Belgrad über Novi Sad in den Norden führt. Du erreichst die Stadt mit dem Auto oder dem Bus; Fahrpläne und Dauer variieren, deshalb nennen wir hier keine festen Zeiten. Sinnvoll ist eine Kombination mit Palić und Subotica, wenn du den Norden in zwei bis drei Tagen sehen willst.

Für die Eulen planst du eine Winterreise, für Mühle und Museum die Saison von April bis Oktober. Wer beides sehen will, kommt im Oktober oder im November und kombiniert beides mit den Kürbistagen.

Wann sind die Eulen in Kikinda zu sehen?

Von November bis März schlafen Waldohreulen in den Bäumen des Stadtplatzes. Der November heißt in der Stadt Sovembar und ist der Eulenmonat.

Wie alt ist das Mammut Kika?

Das Skelett ist rund eine halbe Million Jahre alt. Arbeiter fanden es 1996 in einer Tongrube; es steht im Nationalmuseum Kikinda.

Was ist die Suvača?

Die Suvača ist eine Trockenmühle, die von Pferden angetrieben wurde. Sie wurde 1899 gebaut und ist die einzige erhaltene Mühle dieser Art in Serbien.

Darf ich die Eulen fotografieren?

Ja, aber aus der Distanz. Blitzlicht, Lärm und Annäherung sind verboten, und Verstöße werden bestraft.

Eulen, Mammut und Mühle

Kikinda ist ein stilles Ziel mit drei ungewöhnlichen Attraktionen. Verbinde die Stadt mit Palić und Subotica zu einer Reise durch den Norden der Vojvodina.

Zum Palić-See

Weitere Orte im Norden findest du bei Subotica und Zrenjanin.