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Bač

Bač

Bač liegt in der nördlichen Batschka am Flüsschen Mostonga, rund 50 Kilometer von Novi Sad. Die Backsteinfestung entstand im 14. Jahrhundert unter König Karl Robert von Anjou und ist eine der am besten erhaltenen mittelalterlichen Festungen der Vojvodina. Dazu kommen das Franziskanerkloster, das Kloster Bođani und Spuren aus acht Jahrtausenden.

Bač ist ein Ort, dem man seine Bedeutung nicht sofort ansieht. Ein kleiner Ort, ein Wasserlauf, flaches Land ringsum. Doch dieses Land hat der ganzen Region den Namen gegeben: Die Batschka heißt nach Bač. Wer hier anhält, findet eine Wasserburg aus Backstein, ein Franziskanerkloster mit Wurzeln im Mittelalter und ein serbisch-orthodoxes Kloster mit Fresken aus dem 18. Jahrhundert.

Diese Seite führt dich durch die Geschichte des Ortes, die Festung mit ihren Türmen und dem Bergfried, die Klöster in der Umgebung, den Rest des Hamams aus osmanischer Zeit und die Frage, wie du Bač am besten besuchst.

Lagenördliche Batschka, Gemeinde Bač, am Fluss Mostonga
EntfernungenNovi Sad rund 50 km, Sombor rund 44 km, Bačka Palanka rund 20 km
Erste Erwähnungim Jahr 535
Festung14. Jahrhundert, Baubeginn unter König Karl Robert von Anjou
Mauernrund 2,5 m dick und etwa 12 m hoch, fünf Türme
KlösterFranziskanerkloster (Wurzeln im 12. Jh.), Kloster Bođani (15. Jh.)
AuszeichnungEuropa Nostra 2018 für die Restaurierung der Festung
VeranstaltungEuropäische Tage des Kulturerbes, jedes Jahr im September

Wo liegt Bač, und wie kommst du hin?

Bač liegt im Norden der Batschka, in der Vojvodina, am kleinen Fluss Mostonga. Die Donau ist nicht weit. Von Novi Sad sind es rund 50 Kilometer, von Sombor rund 44 Kilometer und von Bačka Palanka rund 20 Kilometer. Die Postleitzahl lautet 21420.

Du fährst am besten mit dem Auto: Von Novi Sad führen Landstraßen durch die flache Batschka. Wie du nach Serbien und weiter in die Vojvodina kommst, erklärt Anreise nach Serbien. Eine Rundreise durch den Norden verbindet Bač gut mit Sombor und Apatin.

Wie alt ist Bač, und was geschah hier?

Die erste schriftliche Spur stammt aus dem Jahr 535, als der byzantinische Kaiser Justinian I. den Ort in einem Brief erwähnt. Um die Jahrtausendwende wurde Bač Sitz eines Komitats und eines Bistums, eine königliche Stadt, in der Könige und Adlige zu Versammlungen zusammenkamen. Der Landstrich zwischen Theiß und Donau erhielt seinen Namen von diesem Ort.

Archäologische Schichten reichen rund acht Jahrtausende zurück. 1241 verwüsteten die Mongolen die Stadt. Nach der Schlacht bei Mohács 1526 fielen Stadt und Festung an die Osmanen, die bis 1686 herrschten. Zu dieser Zeit wurde Bač nicht wesentlich zerstört. Mehr zur osmanischen Herrschaft in Serbien steht unter Osmanische Zeit.

Im Aufstand des Fürsten Rákóczi (1703 bis 1711) ließ man die Festung 1704 sprengen und gab sie danach auf.

Wie ist die Festung gebaut?

Die Festung entstand im 14. Jahrhundert. Der Bau begann zwischen 1338 und 1342 unter König Karl Robert von Anjou. Danach wurde knapp zwei Jahrhunderte lang weiter befestigt und angebaut, vor allem unter Erzbischöfen. Die letzte große Erweiterung leitete Pavle Tomori in den Jahren 1523 bis 1526.

Sie stand auf einer Insel, die der Fluss Mostonga und ein Nebenarm bildeten, und war über eine Zugbrücke zu betreten. Daher heißt sie auch Wasserburg. Den östlichen Teil sicherte eine mit Palisaden umzäunte Vorburg. Die Anlage hat einen trapezförmigen Grundriss von rund 5.600 Quadratmetern, das Plateau misst 8.700 Quadratmeter.

Gebaut wurde aus Backstein, nur Zierteile bestehen aus Stein. Fünf Türme ragen an den Ecken hervor: Drei Ecktürme sind rund, der Nordwestturm und der Torturm haben einen viereckigen Grundriss. Die Mauern sind rund 2,5 Meter dick und etwa 12 Meter hoch. In den 1960er Jahren wurde der Wasserlauf umgeleitet, seither besitzt die Burg keinen Wassergraben mehr.

Backsteinmauer und Eckturm einer Wasserburg, davor eine Wiese

Was erwartet dich im Bergfried?

Im östlichen Teil lag der am besten gesicherte Bereich der Festung. Dort stehen der Bergfried (Donjon) und der Wohnpalast. Im Bergfried zeigt eine Ausstellung die Geschichte des Ortes und der Umgebung, damit du die Kulturlandschaft rund um Bač einordnen kannst.

Im Inneren der Mauern blieben Brunnen, Zisternen und Wirtschaftsbauten erhalten. Wer durch die Höfe geht, erkennt die Räume, in denen die Besatzung wohnte, kochte und Vorräte lagerte.

Die Festung gehörte zu den wichtigsten Befestigungen an der Grenze zwischen dem Königreich Ungarn und dem Osmanischen Reich. Ähnliche Anlagen der Region findest du in Petrovaradin, wo die Habsburger später ihre große Festung über der Donau errichteten.

Wie wurde die Festung gerettet?

Seit 1948 steht die Burg als Kulturdenkmal unter Schutz, was Verfall und Plünderung stoppte. 2006 begann die Wiederherstellung, getragen von der Gemeinde Bač, der Technologischen Fakultät der Universität Novi Sad und dem Museum der Vojvodina. Leitprinzip war sorgfältiges Konservieren mit möglichst geringem Eingriff.

Über rund 15 Jahre flossen europäische Mittel in die Arbeiten. Ein grenzüberschreitendes Projekt mit Ungarn kam hinzu. 2018 erhielt die Restaurierung den Kulturerbepreis Europa Nostra. Seit 2014 hat im Bildungszentrum der Vorburg die Stiftung „Jahrhunderte von Bač“ ihren Sitz, die Festung dient seither als Bildungs- und Besucherzentrum.

Das Gebiet um Bač war die erste Kulturlandschaft Serbiens, die als solche bewertet und geschützt wurde, und das Bačko Podunavlje ist Teil des UNESCO-Netzes der Biosphärenreservate.

Was ist das Franziskanerkloster von Bač?

Das Franziskanerkloster reicht mit seinen Anfängen ins 12. Jahrhundert. An der Architektur lesen sich Romanik, Gotik, osmanische Zeit und Barock nebeneinander ab. Die Klosterkirche ist dem Heiligen Paulus gewidmet, zum Kloster gehören eine Bibliothek und eine Sammlung mit Handschriften und Kirchenobjekten.

Bei Untersuchungen in den Jahren 2011 bis 2015 entdeckte man im Kloster ein Kreuzigungsfresko aus dem 13. Jahrhundert. Nach einer zweijährigen, von der Europäischen Union geförderten Restaurierung eröffnete eine Ausstellung zu Bräuchen und Glaubensgegenständen der katholischen Gemeinde.

Zusammen mit der Festung und dem Kloster Bođani bildet das Kloster das Dreieck der bedeutendsten Baudenkmäler des Ortes.

Gotischer Kreuzgang mit Gewölbebögen und Innenhof mit Brunnen

Was zeichnet das Kloster Bođani aus?

Das serbisch-orthodoxe Kloster Bođani liegt nur wenige Kilometer von Bač entfernt und stammt aus dem 15. Jahrhundert. Nach einer Legende wurde der Kaufmann Bogdan aus Dalmatien blind, wusch seine Augen an einer Quelle und sah wieder. Aus Dankbarkeit baute er ein Kloster, dessen Name von seinem abgeleitet ist.

Die heutige Kirche entstand 1722. Hristofor Žefarović malte in den 1730er Jahren die Fresken in Öl auf trockenen Putz. Die Ikonostase stammt aus der Mitte des 18. Jahrhunderts. Zur Anlage gehören Konake rund um die Kirche und ein Garten mit mehr als 150 Pflanzenarten. 1990 erklärte man das Kloster zum Kulturdenkmal von außergewöhnlicher Bedeutung.

Eine Glasplatte vor dem Altar gibt den Blick auf ältere archäologische Reste frei. Seit 2013 läuft ein serbisch-italienisches Projekt zur Rettung der gefährdeten Fresken. Ein Vergleich mit anderen Klosterbauten: Klöster der Fruška Gora, wo dieselbe barocke Ikonenmalerei der Vojvodina zu sehen ist.

Welche Spuren aus der Osmanenzeit findest du?

Zu den Zeugnissen osmanischer Herrschaft gehören die Reste eines Hamams aus dem 16. Jahrhundert. Sie erinnern daran, dass Bač mehr als anderthalb Jahrhunderte unter osmanischer Verwaltung stand.

Wer sich für diese Epoche interessiert, vergleicht Bač mit anderen Orten: Die Festung von Niš zeigt den osmanischen Festungsbau, der Bergfried von Bač den spätmittelalterlichen ungarischen.

Was liegt rund um Bač?

Bač ist ein guter Ausgangspunkt für die Batschka. Odžaci liegt rund 13 Kilometer entfernt, Bačka Palanka rund 20, Bački Petrovac rund 27, Kula rund 33, Vrbas rund 37, Sombor rund 44 und Novi Sad rund 50 Kilometer. In den Dörfern ringsum finden Veranstaltungsreihen statt, etwa in Selenča von April bis Oktober, in Deronje (rund 7 Kilometer), beim Schäfertag in Obrovac (rund 12 Kilometer) und in Odžaci.

Die Wege sind kurz, das Land ist flach, und alles lässt sich mit dem Auto oder dem Fahrrad erreichen. Wer mehrere Tage bleibt, kann von Bač aus die Städte des Nordens besuchen und abends zurückkehren.

Welche Rolle spielte Bač als Grenzburg?

Die Festung gehörte zu den Schlüsselbefestigungen an der Grenze zwischen dem Königreich Ungarn und dem Osmanischen Reich. Ihre Lage im Sumpfland machte sie zu einer Wasserburg, die von Feinden nur schwer einzunehmen war. Die Zugbrücke, der Wassergraben und die Mauern von zwölf Metern Höhe bildeten eine mehrfache Sperre.

Der Stil der Anlage verbindet Elemente der Hochgotik und der frühen italienischen Renaissance, auch wenn Umbauten über die Jahrhunderte vieles verändert haben. Gerade das macht den Rundgang spannend: Du siehst, wie ein Bau durch Jahrhunderte mit der Zeit ging.

Wie planst du deinen Besuch?

Für Festung, Franziskanerkloster und einen Spaziergang durch den Ort reichen drei bis vier Stunden, mit Bođani wird ein halber Tag daraus. Die Festung liegt auf flachem Gelände und lässt sich bequem zu Fuß erkunden.

Jedes Jahr im September finden die Europäischen Tage des Kulturerbes statt, bei denen die Denkmäler besonders im Mittelpunkt stehen. Öffnungszeiten und Eintritt erfragst du vorab bei der Tourismusorganisation der Gemeinde Bač.

In der Batschka isst du bodenständig; Anregungen gibt Serbische Küche.

Wie weit ist Bač von Novi Sad entfernt?

Rund 50 Kilometer. Mit dem Auto fährst du auf Landstraßen durch die Batschka.

Wann wurde die Festung Bač gebaut?

Der Bau begann zwischen 1338 und 1342 unter König Karl Robert von Anjou. Die letzte große Erweiterung folgte 1523 bis 1526.

Welche Klöster gehören zu Bač?

Das Franziskanerkloster mit Wurzeln im 12. Jahrhundert und das serbisch-orthodoxe Kloster Bođani aus dem 15. Jahrhundert, das nur wenige Kilometer vom Ort entfernt liegt.

Wie viel Zeit brauchst du für Bač?

Für Festung und Franziskanerkloster reichen drei bis vier Stunden. Mit dem Kloster Bođani und einem Spaziergang durch den Ort planst du einen halben Tag.

Festungen im Norden entdecken

Von Bač nach Petrovaradin: Verbinde die Wasserburg mit der großen Festung über der Donau.

Zur Festung Petrovaradin

Weitere Ziele in der Nähe: Novi Sad, Sombor, Apatin und die Klöster der Fruška Gora.