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Golija

Golija

Golija ist das größte Gebirge im Südwesten Serbiens: 32 Kilometer lang, 75.183 Hektar groß, höchster Punkt Jankov Kamen mit 1.833 Metern. Seit 2001 ist sie Naturpark der ersten Schutzkategorie und gehört zum UNESCO-Biosphärenreservat Golija-Studenica. An ihrem Rand stehen die Klöster Studenica und Gradac.

Golija ist kein Berg für Gipfelsammler, sondern ein ganzes Gebirge für Langsame. Die Hänge sind weniger schroff als in anderen serbischen Gebirgen, dafür sind Wälder, Wiesen und Weiden außergewöhnlich gut erhalten, und das Gebiet ist so groß, dass du Tage brauchst, um Dörfer, Hügel und Klöster zu erkunden. Von den Gipfeln siehst du bis zum Kopaonik, zum Komovo und zu den Prokletije.

Diese Seite erklärt dir, wie groß das Schutzgebiet ist, welche Gipfel, Seen und Pflanzen du kennen solltest, welche Vögel hier leben, welche vier Straßen hinaufführen und wie du eine kurze Gipfelwanderung angehst. Dazu kommen das Dorf Rudno, die Sagen der Gegend und die Klöster am Rand des Gebirges.

LageSüdwestserbien, zwischen Ivanjica und Novi Pazar
Länge und Flächerund 32 km von West nach Ost, 75.183 Hektar Naturpark
Höchster GipfelJankov Kamen, 1.833 m; zweithöchster Crni vrh, 1.795 m
SchutzNaturpark der ersten Kategorie seit 2001, UNESCO-Biosphärenreservat Golija-Studenica
SeenNebeska suza (Okruglica) und Daićko jezero (Tičar), je rund 1.500 m
Zufahrtenvon Ivanjica, Novi Pazar, Raška und Duga Poljana
Vögelrund 100 Arten verzeichnet, als Important Bird Area ausgewiesen
Klöster am RandStudenica (UNESCO-Welterbe) und Gradac

Wo liegt die Golija, und wie groß ist sie?

Die Golija liegt im Südwesten Serbiens zwischen Ivanjica im Norden und Novi Pazar im Südosten. Sie erstreckt sich über rund 32 Kilometer von West nach Ost, in der Form eines C oder S, und ist das größte Gebirge der Region. Sie gehört zur inneren Zone des Dinarischen Gebirgssystems und ist weniger schroff als andere Gebirge des Landes. Der Name erinnert an das altserbische Wort golema, groß: Die Golija ist nicht besonders hoch, aber sehr ausgedehnt.

Der Naturpark umfasst 75.183 Hektar. Er verteilt sich auf die Gemeinden Ivanjica, Kraljevo, Raška, Novi Pazar und Sjenica. Auf die Gemeinde Raška entfallen 12.937 Hektar, das sind etwa 17 Prozent der Fläche. Die Grenzen des Gebirges bilden die Flüsse Ibar, Raška, Moravica und Studenica.

Von Belgrad aus sind es rund 250 Kilometer. Du nimmst die Ibar-Magistrale, biegst bei Požega nach Ivanjica ab und folgst dort dem Wegweiser Golija. Die Straße endet an der Golijska reka, dem Ausgangspunkt für den Aufstieg. Wie du ins Land kommst, steht unter Anreise nach Serbien.

Welchen Schutzstatus hat die Golija?

Seit 2001 ist die Golija als Naturpark Golija geschützt, in der ersten Schutzkategorie für Naturgüter von außergewöhnlicher Bedeutung. Die Regierung erließ die Verordnung im Juli 2001. Innerhalb des Parks gibt es Zonen mit erstem, zweitem und drittem Schutzgrad.

Im selben Jahr erkannte das Komitee des UNESCO-Programms Mensch und Biosphäre das Biosphärenreservat Golija-Studenica an, das innerhalb des Naturparks liegt. Als Begründung nennt die Anerkennung die ursprünglichen natürlichen und kulturellen Werte. Der Name verbindet Berg und Kloster: Studenica, das UNESCO-Welterbe, liegt am Rand des Schutzgebietes.

Darüber hinaus ist die Golija als Important Bird Area ausgewiesen, also als international bedeutendes Vogelgebiet. Die Verwaltung liegt bei den Serbischen Wäldern, Srbijašume, die das Gelände über Forstreviere betreuen.

Welche Gipfel und Aussichten sind wichtig?

Höchster Punkt ist der Jankov Kamen mit 1.833 Metern. Ein Stein am Gipfel nennt die Höhe, ein Sender steht dort oben. Der zweithöchste Gipfel ist der Crni vrh mit 1.795 Metern, ein weiterer ist der Bojevo brdo. Der Prekobrdo ragt auf 1.578 Meter. Von den Hauptgipfeln aus siehst du Kopaonik, Komovo und die Prokletije.

Bei klarem Wetter bietet der Gipfel eine großartige Aussicht, und der höchste Punkt ragt oft über die Wolkendecke hinaus. Ein Teil der Straßen ist auch für Autos befahrbar, mehr als 25 Kilometer asphaltierter Straße verlaufen oberhalb von 1.500 Metern durch Hochgebirgswald und am Waldrand entlang.

Die asphaltierte Straße von Ivanjica erreicht bei der Golijska reka rund 1.500 Meter und steigt bis etwa 1.750 Meter unterhalb des Jankov Kamen. Anschließend folgt sie dem C der Gebirgsform über Odvraćenica und Crni vrh bis zum Gipfel Jadovita. Auf dieser Strecke liegen die wichtigsten Punkte des Gebirges.

Welche Seen gibt es auf der Golija?

Die Golija hat mehrere kleine Bergseen. Nebeska suza, der Himmelstränensee bei Okruglica, liegt auf 1.495 Metern. Das Daićko jezero, auch Tičar genannt, liegt auf rund 1.500 Metern in dichtem Nadelwald, es verlandet langsam, weil Gras es überwächst.

Das Košaninovo jezero liegt unterhalb des Crepuljnik am Jelak und trägt den Namen des Botanikers Nedeljko Košanin, der in der Gegend geboren wurde. An den Seen Daićko, Košanin und an der Quelle Devojačka voda wachsen seltene Pflanzen. Der Fluss Izubra hat Wasserfälle, die einen Besuch lohnen, und zahlreiche Quellen liefern Trinkwasser.

Weitere Natur-Ziele des Landes findest du auf der Seite Natur in Serbien.

Welche Wälder und Pflanzen prägen die Golija?

Die Golija gehört zu den waldreichsten Bergen Serbiens. Auf der Nordseite wachsen dichte Fichtenwälder, im Gebiet außerdem Buchen- und Tannenwälder, auf der Südseite überwiegen Wiesen und Gebüsch. Eine Besonderheit ist der Balkan-Bergahorn (Acer heldreichii), der die letzte Eiszeit überlebte und hier die schönsten Ahorn- und Mischwälder bildet.

Mehrere Dutzend essbare Pilzarten wachsen in den Wäldern. An den Dörfern gibt es Kartoffel- und Himbeerfelder, auf den Wiesen blühen Wildblumen, und im Sommer wachsen kleine, sehr süße Walderdbeeren.

Die Pflanzen sind ein Grund für den Schutz: Seltene Arten stehen an den Seen und Quellen, und die geschützten Wälder sind die Grundlage des Biosphärenreservats.

Welche Tiere und Vögel leben hier?

Fast 100 Vogelarten sind auf der Golija verzeichnet. In den Fichtenwäldern der Nordhänge leben Misteldrossel, Ringdrossel, Tannenhäher, Tannenmeise, Haubenmeise, Weidenmeise, Wintergoldhähnchen, Heckenbraunelle und Waldschnepfe. Auf den Wiesen und im Gebüsch der Südhänge sind Feldlerche und Bergpieper zu Hause, manchmal auch die Ohrenlerche. An den Bächen findest du Wasseramsel und Gebirgsstelze.

Für Vogelbeobachter sind Frühling, Sommer und Herbst die Zeit. Als wichtigste Arten nennt der Führer Ringdrossel, Raufußkauz, Tannenhäher, Weidenmeise und Waldschnepfe. Es gibt keinen Beobachtungsstand, ein Fernrohr brauchst du nicht.

Unter den Säugetieren stehen Igel, Haselmaus und Wiesel unter staatlichem Schutz. Als Besucher gehst du am besten nicht tief in den Wald und schläfst nicht ungeschützt im Freien, denn im Gebiet lebt der Braunbär.

Welche Zufahrten führen auf die Golija?

Es gibt vier Zugänge. Von Norden führt die Straße über Ivanjica, von Südosten über Novi Pazar, von Osten über Raška, von Südwesten, über Duga Poljana. Die Straße über Duga Poljana ist nicht vollständig asphaltiert, rund 5 Kilometer sind Schotter.

Auf den Gipfel Jankov Kamen kommst du zu Fuß, mit dem Auto oder mit dem Fahrrad. Die Wege sind unbefestigte Straße, asphaltierte Straße und breiter Pfad, es gibt einen Rundweg von durchschnittlicher Schwierigkeit. Von Rudno führt außerdem eine Schotterstraße nach Studenica: Sie ist kürzer, aber rauer als die Hauptstraße.

Für die Fahrt brauchst du ein Auto; Hinweise zur Anmietung gibt Serbien mit dem Auto. Die Nächte sind auch im Sommer kalt, ein Pullover gehört ins Gepäck.

Wie wanderst du zum Jankov Kamen?

Der Aufstieg beginnt an der Golijska reka, wo eine Berghütte als Endpunkt der Tour zur Rast einlädt. Die Route verläuft parallel zu einer Skipiste und ist an einer Stange markiert. Nach etwa 45 Minuten erreichst du eine Schotterstraße, die zum Gipfel führt.

Eine Rundwanderung dauert rund 3 Stunden. Vom Gipfel gehst du links vor einer Skipiste zum Prekobrdo, dort beginnt ein markierter Pfad, der überwiegend durch Wald führt. Weitere Touren zu Fuß, mit dem Rad oder mit dem Quad sind in Rudno möglich, wo Quads vor Ort gemietet werden.

Mehr Wandergebiete des Landes stehen unter Wandern in Serbien. Im Winter ist Odvraćenica der Ausgangspunkt für Skifahrer; dort steht das Hotel Golija, und ein Hotel Golijska reka liegt auf der Seite von Ivanjica, mehr dazu unter Wintersport in Serbien.

Was erwartet dich im Dorf Rudno?

Rudno liegt auf etwa 1.100 Metern und hat rund 100 Haushalte auf bewaldeten Hügeln und sonnigen Wiesen. Im Ortszentrum gibt es mehrere Restaurants, einen Spielplatz, eine Schule und einen Fußballplatz, der mit Geld eines niederländischen Spenders entstand. Auf dem Platz finden Dorfturniere statt, und abends treffen sich dort die Jugendlichen.

Rudno ist ein Ort, an dem Meeres- und Kontinentalluftströme aufeinandertreffen. Zum Frühstück gibt es in der Gegend Kraut- und Käsepitas, gebratene Paprika mit Kajmak, Krapfen, Buchweizenpitas, Fleischgerichte und saure Kuhmilch. Mehr zu den Gerichten steht unter Käse und Kajmak in Serbien.

Von Rudno aus führen Wege bis zum Pančićev vrh, dem höchsten Punkt des Skigebiets Kopaonik, der jenseits des Ibars sichtbar ist. Der Blick über das Tal zeigt dir, dass die Golija und der Kopaonik Nachbarn sind; mehr zum Nachbargebirge unter Kopaonik.

Welche Klöster und Sagen gehören zur Golija?

Am Rand des Gebirges entstanden im 12. und 13. Jahrhundert die Klöster Studenica und Gradac. Studenica ließ Stefan Nemanja als Grabkirche bauen, zwischen 1186 und 1196, die Marienkirche ist aus weißem Marmor mit rötlicher Kuppel. Ursprünglich standen hier 14 Kirchen, drei sind erhalten, darunter die Königskirche von 1314 und die Nikoljača. 1986 nahm die UNESCO Studenica in die Welterbeliste auf. Mehr dazu steht auf der Seite Studenica.

Gradac ist in der Region baulich ungewöhnlich, es verbindet gotische und byzantinische Elemente. Das Kloster Kovilje liegt etwa 20 Kilometer von Ivanjica entfernt, die letzten 5 Kilometer sind Schotterstraße, sein Altar ist in den Fels gesetzt. Die Bauwerke und die Namen der Berge sind mit Geschichten verbunden.

Der Sage nach waren Janko und Rajko Brüder, die um die Wette Steine auf den Gipfel trugen. Rajko ließ seinen Stein unterhalb der Spitze fallen, daraus entstand der Rajkov potok, Rajkos Bach. Janko erreichte den Gipfel, der seinen Namen trägt. Den historischen Hintergrund der Nemanjiden liefert Mittelalterliches Serbien.

Wie hoch ist die Golija?

Der höchste Gipfel ist der Jankov Kamen mit 1.833 Metern. Der zweithöchste Gipfel ist der Crni vrh mit 1.795 Metern.

Seit wann ist die Golija Naturpark?

Seit Juli 2001 ist die Golija ein Naturpark der ersten Schutzkategorie. Im selben Jahr wurde das Biosphärenreservat Golija-Studenica anerkannt.

Wie groß ist der Naturpark Golija?

Der Naturpark umfasst 75.183 Hektar und liegt auf dem Gebiet der Gemeinden Ivanjica, Kraljevo, Raška, Novi Pazar und Sjenica.

Wie komme ich auf den Jankov Kamen?

Vom Parkplatz an der Golijska reka führt ein markierter Weg parallel zur Skipiste hinauf. Nach etwa 45 Minuten erreichst du eine Schotterstraße zum Gipfel.

Das Ibartal und die Klöster entdecken

Verbinde die Golija mit Studenica, Žiča und Gradac zu einer Route durch das Herz Serbiens.

Zum Kloster Studenica

Weitere Ziele in der Nähe: Studenica, Kraljevo und Kopaonik.