Fetislam liegt am rechten Donauufer bei Kladovo im Osten Serbiens. Die Anlage besteht aus zwei Festungen: Die Kleine Stadt entstand 1524 als Ausgangspunkt osmanischer Feldzüge, die Große Stadt kam im 18. Jahrhundert hinzu. 1867 übergaben die Osmanen sie an Serbien. Im April 2023 wurde die restaurierte Festung eröffnet.
Fetislam ist eine Festung, die man zuerst für einen Hügel hält. Die Mauern der Großen Stadt waren von dicker Erde und Bewuchs bedeckt, sodass die Anlage in die Uferlandschaft einging. Erst am Tor und im Graben erkennst du, wie viel Mauerwerk darunter liegt, und dass hier nacheinander Römer, Byzantiner, Ungarn und Osmanen gebaut haben.
Diese Seite erklärt dir, wo die Festung liegt, wie die Kleine und die Große Stadt aufgebaut sind, welche Tore und Gebäude du siehst, was die Ausgrabungen ergaben, wie die Festung 2023 wiedereröffnet wurde und was du in Kladovo und im Nationalpark Đerdap dazu besichtigen kannst.
| Lage | rechtes Donauufer, Gemeinde Kladovo, Ostserbien |
|---|---|
| Kleine Stadt | 1524 gebaut, Ausgangspunkt der osmanischen Eroberung von Severin und Siebenbürgen |
| Große Stadt | zwischen 1717 und 1739 gebaut, sechs Türme, Graben 13 bis 30 m breit |
| Tore | Stadttor im Süden, Orospi-Tor im Westen, Donautor im Nordosten |
| Ausgrabungen | 1973 bis 1977 und 1981 bis 1984 |
| Übergabe | 26. April 1867 an Serbien, heute Gemeindetag von Kladovo |
| Schutz | Kulturdenkmal von großer Bedeutung (SK 284) |
| Wiedereröffnung | 26. April 2023, Restaurierung mit Mitteln der EU und Deutschlands |
Fragen, die wir beantworten
- Wo liegt die Festung Fetislam?
- Was bedeutet der Name, und wie ist die Anlage gegliedert?
- Wie ist die Kleine Stadt gebaut?
- Wie ist die Große Stadt gebaut?
- Welche Tore und Gebäude siehst du im Inneren?
- Was geschah in der Festung?
- Wie wurde die Festung erforscht und restauriert?
- Wie sieht ein Rundgang durch Fetislam aus?
- Warum lag die Festung gerade hier an der Donau?
- Was kannst du in Kladovo und Umgebung unternehmen?
Wo liegt die Festung Fetislam?
Fetislam liegt in Kladovo, ganz im Osten Serbiens, auf einem Plateau am rechten Donauufer oberhalb der Stadt. Hier hat der Strom die Enge des Đerdap hinter sich gelassen und beschreibt einen Bogen. Das andere Ufer gehört zu Rumänien, einem Mitgliedstaat der EU.
Die wichtigsten Straßen führen von Belgrad und von Niš nach Kladovo. Die Lage ist abseits der großen Verkehrsachsen des Landes, deshalb planst du die Fahrt am besten mit dem Auto. Hinweise dazu findest du unter Serbien mit dem Auto und Anreise nach Serbien.
Was bedeutet der Name, und wie ist die Anlage gegliedert?
Der Name Fetislam kommt aus dem Türkischen. Er geht auf die Erzählung zurück, der Sultan Süleyman der Prächtige habe die Festung als Stützpunkt für weitere Eroberungen im Norden gebaut. Die Anlage besteht aus zwei Teilen, die zu verschiedenen Zeiten entstanden: der älteren Kleinen Stadt und der jüngeren Großen Stadt.
Die Kleine Stadt liegt unmittelbar an der Nordmauer der Großen Stadt. Sie hat einen oberen Teil und einen Teil am Flussufer. Die Große Stadt umgibt sie mit äußeren Wällen, Gräben und zusätzlichen Eingängen. Beide Teile zusammen sind ein Beispiel dafür, wie sich eine Festung über Jahrhunderte weiterentwickelt.
Wie ist die Kleine Stadt gebaut?
Die Kleine Stadt entstand 1524 und diente als Ausgangspunkt der osmanischen Eroberung der ungarischen Städte Severin und Siebenbürgens.
Der Grundriss ist rechteckig, an den Ecken stehen runde Türme. Entlang der Wälle laufen Verstärkungen, und der Wehrgang oben ist mit Zinnen gesäumt. Im Inneren fanden Archäologen Reste von Häusern, Straßen und Waffenkammern. Den Zugang bildete eine Brücke über einen mit Ziegeln eingefassten Graben von 5,5 Metern Breite.
Die Wälle der Kleinen Stadt stehen auf älteren Mauern: Unter ihnen liegt eine Befestigung aus dem frühen 2. Jahrhundert, aus der Zeit des römischen Kaisers Trajan. Im Norden, zum Donauufer hin, reichen Wälle bis in die Zeit des byzantinischen Kaisers Justinian im 6. Jahrhundert zurück. Auch ein Fort des 12. Jahrhunderts, die „Neue Stadt“, stand an dieser Stelle, bis es die Ungarn im frühen 16. Jahrhundert zerstörten.
Wie ist die Große Stadt gebaut?
Die Große Stadt entstand zwischen 1717 und 1739, in der Zeit der österreichisch-türkischen Kriege. Sie hat einen rechteckigen Grundriss mit sechs steinernen Türmen und war zunächst durch einen Palisadenwall geschützt. Erst 1818, unter Sultan Mahmud II., ersetzte man diesen durch eine Mauer aus Stein und Ziegeln.
Die Mauern waren mit einer dicken Schicht aus Erde und Bewuchs bedeckt. Das schützte vor Feuer und dämmte die Wärme. Ein Graben von 13 bis 30 Metern Breite umgibt die Anlage, hinter ihm stand eine Mauer aus Bruchstein.
Zur Großen Stadt gehören drei Haupttore mit Zugbrücken. Der Komplex ist als Kulturdenkmal von großer Bedeutung unter der Nummer SK 284 geschützt.

Welche Tore und Gebäude siehst du im Inneren?
Das Stadttor im Süden bildet den Haupteingang. Das Orospi-Tor liegt im Westen, das Donautor im Nordosten, und alle drei sind gut erhalten. Hinter den Wällen liegen Gewölbekeller, die Lagums. Sie dienten als Unterkunft für Soldaten oder als Lager.
An Gebäuden blieben ein Lagerraum, eine Moschee, ein Hamam und weitere Bauten erhalten. Im Park innerhalb der Mauern spazieren Besucher zwischen Wällen, Torbauten und Rasenflächen. Im Bereich der Kleinen Stadt liegt die Sommerbühne, auf der Konzerte und Aufführungen stattfinden.
Was geschah in der Festung?
Im Jahr 1591 nahmen Haiduken die befestigte Siedlung ein, plünderten sie und zerstörten sie. Die christlichen Bewohner zogen ab. Die Osmanen behielten die Festung und bauten eine neue Stadt in der Nähe. Während des österreichisch-türkischen Krieges von 1688 bis 1690 wird Kladovo unter diesem Namen genannt.
Rund 1818 verstärkte man die Wälle der Großen Stadt, die Osmanen eroberten Fetislam damals zum zweiten Mal. Die Festung blieb bis 1867 in osmanischer Hand. Am 26. April dieses Jahres übergaben die Osmanen sie zusammen mit sechs weiteren Städten an Fürst Mihailo Obrenović. Diesen Tag begeht Kladovo als Gemeindetag. Den Zusammenhang erzählt die Seite Serbien im 19. Jahrhundert.
Wie wurde die Festung erforscht und restauriert?
Die Ausgrabungen fanden von 1973 bis 1977 statt, eine zweite Kampagne folgte von 1981 bis 1984 im Rahmen der Forschungen am Đerdap, die dem Bau des Wasserkraftwerks an der Donau vorausgingen. Dabei kamen die römischen und byzantinischen Schichten unter den osmanischen Wällen zutage.
Die abschließende Restaurierung endete im April 2023. Sie betraf die Eingangstore, die Gewölbekeller und die Wälle. Die EU und die Bundesregierung Deutschlands finanzierten im Projekt „EU für dich – für Kulturerbe und Tourismus“, das die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit umsetzte, den Wiederaufbau des Varoš-Tores mit seinen Kasematten, des Eingangs zur Kleinen Stadt und der Sommerbühne. Am 26. April 2023, dem Gemeindetag, wurde die Festung eröffnet; ein Konzert auf der Sommerbühne schloss die Feier ab.

Wie sieht ein Rundgang durch Fetislam aus?
Beginne am Stadttor im Süden. Von dort führt der Weg über die Brücke in die Große Stadt. Gehe auf den Wällen entlang und achte auf die sechs Türme, den breiten Graben und die Rasenflächen, die die Erde und den Bewuchs der alten Mauern fortsetzen. Von oben siehst du den Verlauf der Anlage und die Donau.
Danach geht es in die Kleine Stadt. Dort erkennst du den rechteckigen Grundriss mit den runden Ecktürmen, die Wehrgänge mit Zinnen und die Sommerbühne. Am Ende führt das Donautor im Nordosten zum Ufer. Für den gesamten Rundgang reichen ein bis zwei Stunden, mit Pausen im Park und Zeit zum Fotografieren auch mehr.
Warum lag die Festung gerade hier an der Donau?
Gegenüber von Kladovo liegt auf der rumänischen Seite Severin. Die Osmanen wollten von Fetislam aus die ungarischen Städte Severin und Siebenbürgen erobern, deshalb wählten sie diese Stelle am Ausgang des Đerdap. Wer den Strom hier kontrollierte, kontrollierte den Übergang nach Norden.
Dass schon Römer und Byzantiner an dieser Stelle bauten, zeigt der Platz selbst: eine Hochfläche über dem Fluss, die man leicht verteidigen konnte. Die Römerzeit am Strom beschreibt die Seite Römisches Serbien.
Was kannst du in Kladovo und Umgebung unternehmen?
Die Gemeinde Kladovo reicht von den Südhängen des Mirot-Gebirges bis zur Donau. Im Norden liegt die Schlucht des Đerdap, im Süden gibt es breite Strände am Strom, im Westen Karstformen und Aussichtspunkte. Der Nationalpark Đerdap liegt auf dem Gebiet der Gemeinde. Zu den Zielen zählt auch der Wasserfall Blederija.
Am Strom kannst du angeln, jagen und Boot fahren. In Tekija findet jedes Jahr die „Goldene Bućka des Đerdap“ statt, ein traditionelles Fest rund um die Donau, den Fischfang, die Küche und die Geselligkeit. Radfahrer finden Hinweise unter Donau-Radweg. Für die Region lohnen sich außerdem Lepenski Vir, die Festung Golubac und Negotin. Zu den Unterkünften zählen Hotels und Campingplätze in Kladovo.
Wann wurde Fetislam gebaut?
Die Kleine Stadt entstand 1524, die Große Stadt zwischen 1717 und 1739. Die Römer und Byzantiner hatten an dieser Stelle schon früher befestigt.
Wann kam die Festung zu Serbien?
Die Osmanen übergaben Fetislam am 26. April 1867 an Fürst Mihailo Obrenović. Dieser Tag ist heute der Gemeindetag von Kladovo.
Was kannst du in Fetislam sehen?
Du siehst die Wälle und Türme der Großen Stadt, drei Tore, den Graben, Gewölbekeller, Reste von Moschee und Hamam und die Sommerbühne in der Kleinen Stadt.
Wann wurde Fetislam wiedereröffnet?
Die restaurierte Festung wurde am 26. April 2023 eröffnet, am Gemeindetag von Kladovo. Die EU und Deutschland finanzierten die Arbeiten an Tor, Kasematten und Bühne.
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Weitere Ziele in der Nähe: Nationalpark Đerdap, Osmanische Zeit, Zaječar und Felix Romuliana.
