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Kloster Rača

Kloster Rača

Das Kloster Rača am Nordhang der Tara bei Bajina Bašta ist Christi Himmelfahrt geweiht und eine Stiftung von König Dragutin aus dem 13. Jahrhundert. Im 17. Jahrhundert entstand hier die berühmte Račaner Schreibschule. 1941 wurde das Miroslav-Evangelium kurz im Kloster aufbewahrt. Zur Quelle Lađevac führt ein 2,1 Kilometer langer Fußweg.

Rača gehört zu den Klöstern, die man nicht wegen eines einzelnen Kunstwerks besucht, sondern wegen der Geschichte von Büchern. Hier arbeiteten Mönche, die liturgische Texte abschrieben und mit Miniaturen ausstatteten, und ihr Wirken machte „Račanin“ zum Beinamen vieler serbischer Schreiber. Das Kloster liegt im Tal der Rača, ein Stück oberhalb der Drina, und eignet sich für einen ruhigen Halbtag.

Auf dieser Seite erfährst du, wer das Kloster gestiftet hat, was von der Schreibschule bekannt ist, was in der Kirche und im Klosterhof zu sehen ist, wie du zur Quelle Lađevac wanderst und wie du den Besuch in eine Reise nach Bajina Bašta und auf die Tara einbaust. Einen Überblick über die Region bietet die Seite zur Stadt Bajina Bašta.

LageTal der Rača, am Nordhang der Tara, wenige Kilometer südlich von Bajina Bašta
WeiheChristi Himmelfahrt
StifterKönig Dragutin, 13. Jahrhundert, Raška-Schule
EparchieŽiča, Serbisch-Orthodoxe Kirche
Schreibschule17. Jahrhundert, endete 1690
Handschrift1941 Miroslav-Evangelium kurzzeitig im Kloster
Fußweg2,1 km zur Quelle Lađevac
FestTage von Rača an der Drina, erste Oktoberwoche

Wo liegt das Kloster Rača?

Das Kloster liegt am rechten Ufer des Flüsschens Rača am Nordhang der Tara, wenige Kilometer südlich von Bajina Bašta. Von der Stadt erreichst du es in etwa zehn Autominuten über die Regionalstraße in Richtung Tara; vor dem Kloster gibt es einen Parkplatz. Eine Buslinie verbindet Bajina Bašta mit Rača, und zu Fuß oder mit dem Rad bietet sich der Rundweg zwischen Kaluđerske Bare und Rača an, rund zwölf Kilometer lang mit etwa 750 Metern Anstieg.

Das Kloster gehört zur Eparchie Žiča der Serbisch-Orthodoxen Kirche und ist als unbewegliches Kulturgut von großer Bedeutung geschützt. Die Anfahrt führt durch Nadelwald; wer vorher die Landschaft der Region kennenlernen will, liest auf unserer Seite Drina und Tara nach.

Wer stiftete das Kloster, und wie wechselvoll war seine Geschichte?

Rača ist eine Stiftung von König Dragutin Nemanjić, der von 1276 bis 1282 herrschte, und wurde im 13. Jahrhundert im Stil der Raška-Schule errichtet. Die Kirche ist Christi Himmelfahrt geweiht. Im Lauf der Jahrhunderte wurde das Kloster mehrfach zerstört und erneuert; seine heutige Gestalt erhielt es 1835. Vor dem Ersten Serbischen Aufstand erneuerte Hegumen Melentije Stefanović das Kloster, der später zu den Anführern des Aufstands gegen die Osmanen zählte. 1813 brannten die Osmanen das Kloster nieder, Miloš Obrenović ließ es wiederaufbauen.

Im Zweiten Weltkrieg wurde das Miroslav-Evangelium, die älteste serbische Handschrift aus dem 12. Jahrhundert, vor den Deutschen versteckt und 1941 kurzzeitig im Kloster aufbewahrt. In der Kirche liegen heute Teile der Reliquien König Dragutins. Zum geschichtlichen Hintergrund passt unsere Seite zum mittelalterlichen Serbien.

Was war die Račaner Schreibschule?

Im 17. Jahrhundert entstand bei Rača ein Zentrum des Abschreibens. Die Mönche Ćirjak, Hristofor und Simeon schrieben und illustrierten liturgische und wissenschaftliche Bücher ab. Aus dieser Zeit sind rund 40 Schreibervermerke und 15 liturgische Bücher erhalten. Die Werkstatt lag etwa 40 Gehminuten vom Kloster entfernt am Fluss Rača, nahe der Quelle Lađevac.

Die Schule endete 1690, als sich die Mönche der Großen Serbischen Wanderung anschlossen. In Ungarn führte Kiprijan Račanin die Arbeit fort, und die Schreiber nannten sich nach dem Kloster „Račanin“. Die Reste der mittelalterlichen Schreibwerkstatt werden noch erforscht. In der Klosterschatzkammer sind Handschriften und Miniaturen der Račaner Schule sowie alte gedruckte Bücher zu sehen, im Souvenirshop gibt es Nachbildungen der Miniaturen.

Was siehst du in Kirche und Klosterhof?

Die einschiffige Kirche hat Fresken aus mehreren Epochen und eine Ikonostase aus dem 19. Jahrhundert. Das Langhaus misst einschließlich Apsis und Mauerstärke rund 23 Meter in der Länge und etwa 8,5 Meter in der Breite, das Querhaus rund 15,5 mal 9 Meter. Der First des Langhauses liegt bei 12,5 Metern, die Kuppel bei etwa 20 Metern.

Der Glockenturm stammt aus dem 18. Jahrhundert und hat einen steinernen Turm mit originalem Mechanismus. Zum Komplex gehören Konaci (Mönchsquartiere) und die Trpezarija, das Refektorium. Pilger können in einer Gästeunterkunft übernachten. Wer sich für andere Klöster der Region interessiert, findet bei uns Überblicke zu Klöstern in Serbien.

Wie kommst du zur Quelle Lađevac und zum Skit des heiligen Georg?

Ein 2,1 Kilometer langer Fußweg mit sanfter Steigung führt durch eine Schlucht zur Quelle Lađevac. Das alkalisch-thermale Wasser hat 15 bis 18 Grad und wird traditionell bei Haut- und Augenleiden genutzt. Die Mönche des 17. Jahrhunderts nannten den Ort „Banja“, Bad, weil das Wasser ganzjährig etwa 17 Grad warm ist. Am Quellbereich liegen die Reste des Skits des heiligen Georg, einer Einsiedelei, in der die Schreibschule arbeitete.

Plane für Hin- und Rückweg etwa anderthalb Stunden ein, mit Pause mehr. Festes Schuhwerk lohnt sich, auch wenn der Weg sanft ist. Wer länger bleibt, verbindet den Spaziergang mit dem Rundweg ab Kaluđerske Bare oder mit einer Wanderung auf der Tara, die wir auf unserer Seite Wandern in Serbien beschreiben.

Wie besuchst du das Kloster richtig?

Der Eintritt ist frei, eine angemessene Kleidung ist Pflicht: Schultern und Knie bedeckt. Im Kloster finden Gottesdienste statt, die du still verfolgen kannst. Die schönsten Besuchszeiten sind Mai und Oktober; in der ersten Oktoberwoche feiert die Gemeinde die Tage von Rača an der Drina in Bajina Bašta und im Kloster, mit Kunstprogramm, wissenschaftlichen Tagungen und der Verleihung der Rača-Urkunde.

Zeiten für Besichtigung und Gottesdienst ändern sich; erkundige dich kurz vorher. Der Besuch passt gut zu einem Tag in Bajina Bašta mit dem Haus auf der Drina und dem Perućac-See, die wir auf unserer Seite zur Stadt vorstellen. Weitere Ausflugsziele des Westens sind das Kloster Tronoša und die Stadt Užice.

Wie verbindest du Rača mit anderen Zielen der Region?

Der Besuch von Rača lässt sich gut in einen Tag in der Gegend von Bajina Bašta einbauen. Morgens fährst du zum Kloster, gehst zur Quelle Lađevac und kehrst danach in die Stadt zurück. Am Nachmittag bieten sich das Haus auf der Drina und eine Fahrt zum Perućac-See an, danach geht es auf die Tara, wenn Zeit bleibt. Wer mehrere Tage plant, verbindet das Kloster mit dem Rundweg ab Kaluđerske Bare, der durch den Wald nach Rača führt.

Eine ruhigere Variante beginnt mit dem Weg zur Quelle am frühen Morgen, danach der Besuch im Kloster und ein langes Mittagessen. Vermeide die Mittagshitze im Sommer; im Tal der Rača ist es kühler als in der Stadt, aber der Anstieg zur Quelle verlangt Wasser und Sonnenschutz.

Warum lohnt der Blick auf die Handschriften?

Die Schreibschule steht für eine Zeit, in der Bücher Handarbeit waren. Wer die Miniaturen in der Schatzkammer betrachtet, sieht, mit wie viel Aufwand Text und Bild zusammengebracht wurden. Das Miroslav-Evangelium, das 1941 kurzzeitig im Kloster verwahrt wurde, gehört zu den ältesten erhaltenen serbischen Handschriften und zeigt, welchen Wert man solchen Büchern beimaß.

Für Besucher heißt das: Nimm dir Zeit für die Schatzkammer, frage nach Nachbildungen im Souvenirshop und lies vorab auf unserer Seite zum Serbischen, wie sich die Schrift im Land entwickelt hat. So wird der Besuch mehr als ein Fotostopp. Wer Zeit hat, setzt sich nach dem Rundgang auf eine Bank im Klosterhof und lässt die Atmosphäre wirken; viele Besucher berichten, dass gerade die Stille im Tal den Besuch prägt. Gehe respektvoll mit Gläubigen um, die zum Gebet kommen, und frage vor dem Fotografieren in der Kirche, ob es erlaubt ist.

Wie ordnest du Rača unter den Klöstern Serbiens ein?

Rača ist ein Ort, an dem Schriftkultur und Landschaft zusammenkommen. Wer andere Klöster mit mittelalterlicher Wandmalerei sehen will, plant sie an eigenen Tagen, etwa mit unserer Seite zu Studenica. Rača ergänzt sie um das Thema, wie Wissen weitergegeben wurde.

Für Reisende mit Interesse an Handschriften ist das Kloster eine gute Station auf einer Westserbien-Route zwischen Tara und Drina.

Wer stiftete das Kloster Rača?

König Dragutin Nemanjić, der von 1276 bis 1282 herrschte, im 13. Jahrhundert.

Was war die Račaner Schreibschule?

Ein Zentrum des Abschreibens im 17. Jahrhundert. Die Mönche Ćirjak, Hristofor und Simeon schrieben und illustrierten Bücher; die Schule endete 1690 mit der Großen Serbischen Wanderung.

Wie weit ist es zur Quelle Lađevac?

Ein 2,1 Kilometer langer Fußweg mit sanfter Steigung führt durch eine Schlucht dorthin.

Kostet der Eintritt etwas?

Nein, der Eintritt ist frei. Verlangt wird angemessene Kleidung.

Handschriften und Landschaft

Besuche Rača auf einer Route mit Bajina Bašta, Tara und Drina. So verbindest du Kulturgeschichte mit Natur.

Zu Bajina Bašta

Weitere Seiten: Bajina Bašta, Drina und Tara und alle Klöster.