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Kloster Krušedol

Kloster Krušedol

Krušedol liegt an der Südostflanke der Fruška Gora, 33 Kilometer von Novi Sad entfernt. Der spätere Metropolit Maksim, als Despot Đorđe Branković, ließ die Kirche der Verkündigung ab 1509 als Familiengrablege bauen. 1716 brannten osmanische Truppen das Kloster nieder, im 18. Jahrhundert entstanden die Konake. Die Ikonostase zählt 36 Ikonen.

Krušedol ist das Kloster der Fruška Gora, das dir am meisten über Serbien erzählt, wenn du nur Zeit für eines hast. Hier liegen Patriarchen, ein König und die Nachkommen der letzten serbischen Despoten, hier tagten nach der Großen Wanderung die ersten Kirchenversammlungen, und hier stehen Fresken aus drei Jahrhunderten übereinander. Die Serben der Donauregion nennen das Kloster die zweite Studenica.

Diese Seite führt dich durch Gründung, Zerstörung und Wiederaufbau, durch Architektur, Malerei und Ikonostase, durch die Gräber und die Geschichte des Kirchenschatzes. Dazu kommen die Nachbarklöster, die Anfahrt ab Novi Sad und die Regeln für den Besuch. Einen Überblick über alle Klöster des Gebirges findest du unter Klöster der Fruška Gora.

LageSüdostflanke der Fruška Gora, Tal nördlich von Prnjavor, nahe Irig
Entfernung33 km von Novi Sad, rund 100 km von Belgrad
PatroziniumVerkündigung an die Gottesmutter, Fest am 7. April
StifterĐorđe Branković, später Metropolit Maksim, mit seiner Mutter Angelina
Baubeginn1509
Zerstörung1716, nach der Niederlage bei Petrovaradin
Ikonostase36 Ikonen, die älteste aus dem 15. Jahrhundert
StatusKulturdenkmal von außergewöhnlicher Bedeutung seit 1990

Wo liegt Krušedol, und wie kommst du hin?

Das Kloster liegt an der südöstlichen Flanke der Fruška Gora in einem Tal nördlich des Dorfes Krušedol, in der Nähe von Irig. Ein Park mit Kastanienbäumen umgibt die Anlage, im Hof stehen ein kleiner Brunnen und viele Blumen, und die Wohntrakte säumen die Kirche auf allen Seiten. Das Gelände liegt auf 189 Metern Höhe, der Zugang führt über eine asphaltierte Straße.

Von Novi Sad sind es 33 Kilometer mit dem Auto, von Belgrad rund 100 Kilometer. Die Fahrt von Novi Sad führt über die Fruška Gora und lässt sich gut mit Sremski Karlovci verbinden, dem Sitz des alten Karlowitzer Metropolitanats, das aus den Kirchenversammlungen von Krušedol hervorging. Die Touristeninformation Novi Sad am Trg slobode 3 hilft bei Fragen zur Anfahrt, sie ist werktags von 8 bis 21 Uhr und samstags von 9 bis 17 Uhr geöffnet.

In der Nähe liegen die Klöster Grgeteg und Velika Remeta, nur wenige Kilometer entfernt, sowie die Seen Šatrinci und Dobrodol. Wer das ganze Gebirge erkunden will, plant Krušedol als Zentrum einer Tagesrunde ein; mehr dazu im Abschnitt über die Nachbarklöster weiter unten.

Wer hat Krušedol gegründet?

Gegründet haben das Kloster Đorđe Branković und seine Mutter Angelina. Đorđe war der Sohn des Despoten Stefan des Blinden und der Despotin Angelina und wurde später als Mönch Maksim Metropolit von Belgrad und Syrmien. Er war der letzte serbische Herrscher und danach Hierarch, der eine Stiftung nach mittelalterlichem Brauch errichtete: ein Kloster, das zugleich Grabstätte der Familie wurde.

Der Bau begann 1509. Der walachische Woiwode Jovan Njagoje Basarab unterstützte die Arbeiten. Die Kirche folgt dem Stil der Morava-Schule mit dreipassigem Grundriss und Kuppel, ein Bautyp, den auch die Kirchen von Rakovac, Novo Hopovo und Petkovica auf der Fruška Gora zeigen. Im Jahr 2009 feierte das Kloster sein 500-jähriges Bestehen mit einer mehrtägigen Liturgie.

Schon bald wurde Krušedol sehr wohlhabend. Ein osmanisches Dokument aus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts bestätigt den großen Reichtum des Klosters. Es war Sitz der Eparchie Syrmien und Grabstätte der später heiliggesprochenen Branković: des Despoten Stefan, der Despotin Angelina und der Söhne des Metropoliten Maksim und des Despoten Jovan. Die Serben verehrten die Grablege als Pilgerort, und aus dem Kloster wurde das wichtigste der Fruška Gora.

Wie wurde das Kloster zerstört und wieder aufgebaut?

Zum politischen Mittelpunkt wurde Krušedol, als nach der Großen Wanderung der Serben in die Habsburgermonarchie Ende des 17. Jahrhunderts hier die ersten Kirchenversammlungen und Landesversammlungen stattfanden. Sie bereiteten das Karlowitzer Metropolitanat und eine eigenständige serbische Kirchenorganisation vor. Krušedol war für die Serben in den habsburgischen Ländern das kulturelle, geistliche und politische Zentrum.

Der Krieg traf das Kloster in mehreren Wellen. Ende des 17. Jahrhunderts flohen die Mönche vor den mehrjährigen Kämpfen mit ihren Wertgegenständen nach Szentendre. 1716, nach der Schlacht bei Petrovaradin, plünderte und verbrannte das zurückweichende osmanische Heer das Kloster. Die Reliquien der heiligen Branković verbrannten mit, nur ein kleiner Teil überstand das Feuer.

Sechs Jahre später begann der Wiederaufbau. Unter Nikanor Melentijević, Bischof von Pécs und Archimandrit von Krušedol, entstand in den folgenden Jahrzehnten die heutige Anlage: Die Kirche wurde wiederhergestellt, auf allen vier Seiten wuchsen die Konake, in einem davon eine Kapelle des heiligen Maksim, dazu kamen ein Glockenturm und eine Vorhalle. Mitte des 18. Jahrhunderts hatte das Kloster sein monumentales Aussehen. Stifter waren serbische Hierarchen und wohlhabende Bürger, und die Russische Kirche half massiv. Die Erneuerung veränderte das ursprüngliche Aussehen der Anlage, die du heute siehst, ist also ein barockes Ensemble um eine Kirche aus der Zeit der Branković.

Wie ist die Kirche gebaut?

Die Kirche der Verkündigung folgt mit ihrem dreipassigen Grundriss und der Apsis dem mittelalterlichen Morava-Stil. Darum herum stehen die Wohnbauten auf vier Seiten, sodass die Kirche wie in einem Klosterhof liegt. Der freistehende Glockenturm und die Vorhalle stammen aus dem 18. Jahrhundert. Sie sind barock und zeigen, wie das Kloster nach 1716 an die Bauweise der Habsburgermonarchie angeglichen wurde.

Über dem Eingang an der Westwand, außen, zeigt ein großes Fresko das Jüngste Gericht. Es entstand Mitte des 17. Jahrhunderts. Im Inneren führen Pfeiler, an denen Reste älterer Wandmalereien sichtbar sind, in den Hauptraum. Die Wohntrakte, die vierstöckigen Konake in einem umzäunten Park, gehören zur heutigen Klosteranlage.

Das Patrozinium der Verkündigung wird am 7. April gefeiert, dem orthodoxen Datum des Festes. Die heilige Angelina wird am 12. August gefeiert. Das Kloster ist bei Tageslicht geöffnet, angemessene Kleidung ist Pflicht, und im Erdgeschoss des Konaks steht ein Souvenirladen, in dem immer ein Mönch Dienst tut.

Wer malte die Fresken und die Ikonen?

Die Wandmalerei von Krušedol ist wertvoll, weil sie 300 Jahre serbischer Kunst zeigt. Die älteste Schicht, aus der Mitte des 16. Jahrhunderts, ist nur noch in Resten auf den Pfeilern zu sehen: Propheten, Apostel und der heilige Maksim. Das Jüngste Gericht an der Westfassade kam in der Mitte des 17. Jahrhunderts dazu. Beim Wiederaufbau im frühen 18. Jahrhundert wurde die Kirche neu ausgemalt.

Narthex und Altarraum malten Jov Vasilijević und seine Mitarbeiter Vasilije Ostojić, Joakim Marković, Teodor Stefanov Gologlavac und Amvrosije Janković. Im Naos arbeiteten ein russischer Maler und Stefan Tenecki. Jov Vasilijević kam aus der Ukraine und gehört zur Ikonenmalerschule von Sremski Karlovci, Stefan Tenecki, ein einheimischer Meister, war in Kiew ausgebildet und Hofmaler des Bischofs von Arad. Mit ihnen wurde Krušedol zu einem Hauptwerk der serbischen monumentalen Barockmalerei.

Im ersten Teil des Narthex siehst du die Nemanjiden, Fürst Lazar und die Branković von Syrmien in einer gemeinsamen Reihe. Das Bildprogramm verbindet den Kult der Nemanjiden mit dem der Branković und stellt die Kontinuität serbischer Staatlichkeit und nationaler Identität dar, die den Serben im Habsburgerreich im 18. Jahrhundert so wichtig war.

Die Ikonostase ist der Hauptschatz der Kirche. Sie enthält 36 Ikonen, die älteste stammt aus dem 15. Jahrhundert, und entstand in verschiedenen Zeiten, größtenteils vor der Erneuerung im 18. Jahrhundert. Die Throntikonen sind das Werk von Jov Vasilijević, den Bischofsthron malte und stiftete Mitte des 18. Jahrhunderts Dimitrije Bačević.

Wer ist in Krušedol begraben?

Krušedol entwickelte sich im 18. und 19. Jahrhundert zur Grabstätte bedeutender Serben, Geistlicher wie Laien. Hier liegen die Patriarchen Arsenije III. Čarnojević und Arsenije IV. Jovanović Šakabenta, die Metropoliten Isaija Đaković und Petar Jovanović, der Archimandrit und Bischof von Pécs Nikanor Melentijević, Graf Đorđe Branković und Woiwode Stevan Šupljikac.

Aus dem Haus Obrenović ruhen im Kloster Fürstin Ljubica und König Milan. Mit ihnen kam die moderne serbische Geschichte in die Grablege der mittelalterlichen Despoten: Ljubica war die Frau von Miloš Obrenović, dem Anführer des zweiten Aufstands, König Milan der erste König des modernen Serbien aus diesem Haus. Mehr zum Hintergrund der Dynastie erfährst du unter Serbien im 19. Jahrhundert.

Die Gräber der Hierarchen haben für die serbische Kirche besonderes Gewicht, weil Arsenije III. die Serben 1690 in die Habsburgermonarchie geführt hatte. Dass er in Krušedol liegt, macht das Kloster zum Gedenkort der Großen Wanderung.

Was geschah mit dem Kirchenschatz?

Bis zum Zweiten Weltkrieg besaß Krušedol die reichste Schatzkammer der Fruška Gora, mit herausragenden Fresken und Ikonen sowie den Gräbern berühmter Hierarchen und Herrscher. Im Krieg wurde der Schatz geplündert. Im Unabhängigen Staat Kroatien, zu dem Syrmien gehörte, brachte man Ikonen, Evangelienbücher, liturgische Gewänder, Gemälde, Handschriften und Möbel nach Zagreb. Das Kloster selbst blieb, anders als die meisten Klöster des Gebirges, im Krieg unbeschädigt.

Nur ein kleinerer Teil der Gegenstände kehrte nach dem Krieg zurück. Er wird heute im Museum der Serbischen Orthodoxen Kirche in Belgrad aufbewahrt und restauriert, ein Teil wird in einem Raum der Konake ausgestellt. Wer die Stücke sehen will, findet sie in Belgrad; mehr dazu in der Übersicht Museen in Belgrad.

In der Nachkriegszeit beschlagnahmte der kommunistische Staat den unbeweglichen Besitz des Klosters und förderte seine Wiederherstellung nicht. 1990 wurde Krušedol gemeinsam mit anderen Klöstern der Fruška Gora zum Kulturdenkmal von außergewöhnlicher Bedeutung erklärt. Später gab der Staat den Besitz zurück, Spender und Staat ließen Konake und Gästehaus neu aufbauen, die Mauern wiederherstellen und die Umgebung gestalten. Die Klostergemeinschaft stellt Käse und Rakija her, ein Besuch im Laden lohnt sich, wenn du mehr über Rakija wissen willst.

Welche Klöster liegen in der Nähe?

Auf der Fruška Gora stehen bis zu 17 mittelalterliche Klöster. Während der osmanischen Herrschaft wurde das Gebirge zum Zentrum der serbischen Kulturerneuerung, weil das geistliche Leben nach Norden in die Habsburgermonarchie wanderte. Die Klöster zeigen den serbischen Barock, der das Erbe der Nemanjiden mit westeuropäischen Einflüssen verbindet, mit hohen Glockentürmen und geschnitzten Barockikonostasen.

Grgeteg liegt an der Südflanke. Einer Legende nach ließ Despot Vuk Branković es für seinen Vater Grgur bauen, nach dem es benannt ist. Die Anlage wurde im frühen 18. Jahrhundert erneuert und barock umgestaltet, Uroš Predić malte 1901 und 1902 die Fresken. Velika Remeta liegt nicht weit davon entfernt: Die Kirche ist dem heiligen Demetrios geweiht, der siebengeschossige Glockenturm aus Stein und rotem Ziegel verleiht dem Kloster das Aussehen einer Festung, und hier entstand einer der ersten Reiseberichte der serbischen Literatur.

Novo Hopovo bewahrt die Reliquien des heiligen Kriegers Theodor Tiron, die 1555 in die ältere Kirche kamen, und späte byzantinische Fresken mit Einflüssen vom Berg Athos. Vrdnik wird oft die Ravanica von Syrmien genannt, weil Mönche aus Ravanica Ende des 17. Jahrhunderts Reliquien von Fürst Lazar dorthin brachten. Šišatovac liegt im Westen des Gebirges an der Quelle der Remeta, und Beočin fällt mit seinen Fresken der Ikonenmaler des 18. Jahrhunderts auf.

Die Reihe der Orte und die Wege zwischen ihnen beschreibt die Seite Klöster der Fruška Gora als Tagesroute. Wer das serbische Mittelalter im Süden sucht, findet es in Studenica, dem Vorbild, mit dem Krušedol verglichen wird.

Wie planst du den Besuch?

Das Kloster ist bei Tageslicht geöffnet. Für den Besuch ist angemessene Kleidung vorgeschrieben. Im Erdgeschoss der Konake steht der Klosterladen, in dem du Käse und Rakija der Klostergemeinschaft findest.

Mit der Fahrt von Novi Sad über Sremski Karlovci und den Nachbarklöstern Grgeteg und Velika Remeta füllst du einen Tag. Das Patronatsfest am 7. April und die Feier der heiligen Angelina am 12. August sind die Haupttage im Kirchenjahr des Klosters.

Wer die Reise im Ganzen plant, findet Hilfen bei Serbien mit dem Auto und Rundreisen durch Serbien. Die Hintergründe zu Glauben und Kirche stehen unter Religion in Serbien.

Wann wurde Krušedol gegründet?

Der Bau der Kirche der Verkündigung begann 1509. Gründer war Đorđe Branković, später Metropolit Maksim, zusammen mit seiner Mutter Angelina. 2009 feierte das Kloster seinen 500. Jahrestag.

Wer ist in Krušedol begraben?

Hier liegen die Patriarchen Arsenije III. Čarnojević und Arsenije IV. Jovanović Šakabenta, Metropolit Isaija Đaković, Graf Đorđe Branković, Fürstin Ljubica und König Milan Obrenović.

Wie weit ist Krušedol von Novi Sad entfernt?

Mit dem Auto sind es 33 Kilometer. Von Belgrad fährst du rund 100 Kilometer. Die Anlage ist bei Tageslicht geöffnet, die Kleiderordnung ist zu beachten.

Warum wurde das Kloster 1716 zerstört?

Nach der Niederlage bei Petrovaradin plünderte und verbrannte das zurückweichende osmanische Heer das Kloster. Die Reliquien der Branković verbrannten mit, nur ein kleiner Teil blieb erhalten.

Die Klöster der Fruška Gora entdecken

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Zu den Fruška-Gora-Klöstern

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